Nach Informationen dieser Zeitung sind die meisten von ihnen allerdings weiter ohne Beschäftigung. Die „Beluga London“ steht in Richards Bay (Südafrika) sogar weiter unter Arrest – Ende offen. Betroffen sind vor allem die großen und teuren Neubauten der P-Klasse – 14 wurden von Oaktree maßgeblich finanziert und werden jetzt auch kontrolliert. Dazu kommen ein Beluga-eigenes Schiff sowie zwei Frachter eines Schiffsfonds, der der Bremer Reederei bislang treu geblieben ist.
Seit drei oder sogar vier Wochen hat sich kaum noch eines dieser Schiffe bewegt. Die „Beluga Bremen“ liegt bereits seit 15. März vor Phu My (Vietnam). Ein Abfahrtsdatum ist noch nicht bekannt. Das gilt auch für die „Beluga Shanghai“ in Kaohsiung (Taiwan), für die „Beluga Mumbai“ vor Singapur oder die „Beluga Sydney“, die nach einer Ladungsstornierung auf Reede vor Itaqui (Brasilien) wartet. Die „Beluga Sao Paulo“ hatte mitten in den Bürgerkriegswirren noch eine Ladung in Tripolis (Libyen) gelöscht, seit mehr als einer Woche treibt sie östlich von Malta. Vor Bilbao wartet die „Beluga Cape Town“ auf Beschäftigung. Andere Schiffe haben frühestens ab Mitte April erste Aufträge in Aussicht.
Wirtschaftlich müssen die vergangenen Wochen für die ohnehin angeschlagene Schwergutreederei daher ein Desaster gewesen sein. Keine Einnahmen, dafür aber weiter auflaufende Kosten. Ein Frachter der Beluga-P-Klasse schlägt mit mehreren Tausend Euro zu Buche – an einem einzigen Tag. Über mehrere Wochen würde sich das Minus für mehrere Frachter auf einen Millionenbetrag summieren.
Auf Nachfrage verwies ein Beluga-Sprecher darauf, dass „zu betriebswirtschaftlichen Aspekten des Unternehmens keine Auskunft gegeben werden kann“.