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Gestern besuchten wir das erste Projekt unserer Expedition: Erko Valk, einer der Gründer einer besonderen Stadtteilinitiative, begrüßt uns offen und herzlich in einem urigen Holzhaus. Es erinnert von innen ein wenig an die Besetzerszene der 80iger Jahre. Eine Art Gemeindehaus in dem Stadtteil Neue Welt.
Erko berichtete, wie er vor Jahren ein Haus in der Nachbarschaft renovierte und dabei mit der Zeit immer mehr Menschen aus seinem Viertel kennen lernte. Er bemerkte, wie wenig die Bewohner miteinander redeten! Somit kam ihm vor sechs Jahren der Anstoß für ein Stadteilfest und eine dazugehörige farbenfrohen Parade, die dieses Jahr ein Teil des offiziellen Kulturhauptstadtprogramms Tallinns geworden ist.
Auf den Dörfern in Estland gab es früher Gemeindehäuser, in denen die Menschen aller Generationen zusammen kamen. Erko stellt die Frage: Warum leben wir in unserem Stadtteil so anonym, warum gehen wir den weiten Weg in die Innenstadt NUR um Freunde zu treffen? So gründeten Erko mit Mitstreitern ein neues Gemeindehaus und sie organisierten von dort aus ihre Stadtteilinitiativen.
Eine Anwohnerin beschwerte sich über die neuen, jungen Nachbarn. Sie organisierte eine Unterschriftenliste und suchte nach gleichdenkenden Menschen. So, meinte Erko, kam sie mit Menschen in ihrem Viertel in Kontakt, die sie vorher nicht mal auf der Straße gegrüßt hatte! Eigentlich ein ganz schöner Erfolg für seine Initiative. Auch wenn Erko beteuerte, dass es ihm lieber wäre, sie käme einfach rüber und teile offen mit, was ihre Ängste und Sorgen seien.


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