| Das Wilhelm Kaisen-Quiz » |
Ashley Nicholson hat uns sein Konzept geschildert: Das sanierte „Paintworks“ solle die Lebendigkeit eines altes Stadtkerns ausstrahlen, wo Kreative Wissen tauschen und gemeinsame Projekte hochziehen. Gespräche vor Ort ergeben, dass sich diese Idee (noch) nicht verwirklicht hat. Das selbsternannte „Kreativ-Viertel“ bietet zwar gemäßigte Kauf- und Mietpreise, vor allem Sicherheit und auch Austauschmöglichkeiten – aber ein Mehrwert an Gemeinschaft, vielleicht gar mit Strahlkraft nach außen, ist nicht entstanden. Wir sind enttäuscht.
Da hat Kleinverleger Rupert einen Tipp: „Geht doch mal nach ,Stokes Croft’ rüber. Das ist eine Enklave von wenigen Straßenzügen, in der es vor fünf Jahren nichts gab, kein Café, keine Hoffnung, dafür viele Alkoholiker.“ Dort würden wir finden, was wir suchen. Wir marschieren los – und spüren sie, dieser Dynamik und Lebendigkeit, die Projekte mit Nachbarschaft verbindet und Neues schafft. Das Viertel besticht zunächst durch expressive Graffiti, die vom rebellischen Kampfgeist zeugen, für den Bristol bekannt ist. In ehemals besetzten Häusern sind schöne Cafés entstanden. Und es gibt kulturelle Projekte, die auch unabhängige Gewerbezweige schaffen.
Wir haben eine Stadt im Aufbruch vorgefunden. Und vielleicht formen „Paintworks“ und „Stokes Croft“ zusammen ein Bild von dem, was Bristol in weiteren fünf Jahren sein könnte.


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