03.02.2012

Regisseur Heinrich Breloer wird 70

Von (c) teleschau - der mediendienst
Er ist der Erfinder und Macher des Dokudramas in seiner solidesten Form. Keiner kann das so wie Heinrich Breloer, der nun am 17.02. 70 Jahre ...
Der vielfach preisgekürte Autor und Regisseur Heinrich Breloer ("Todesspiel", "Die Manns", "Wehner - Die unerzählte Geschichte") wird am 17. Februar 70 Jahre alt.
Der vielfach preisgekürte Autor und Regisseur Heinrich Breloer ("Todesspiel", "Die Manns", "Wehner - Die unerzählte Geschichte") wird am 17. Februar 70 Jahre alt.

Er ist der Erfinder und Macher des Dokudramas in seiner solidesten Form. Keiner kann das so wie Heinrich Breloer, der nun am 17.02. 70 Jahre alt wird: penibel recherchiertes dokumentarisches Material (Originaltöne, Archivmaterial) und Spielfilmszenen miteinander verbinden, sodass daraus bestes Dokutainment wird. Seine Mann-Trilogie "Die Manns - Ein Jahrhundertroman" (2001), die er wie viele seiner Filme zusammen mit seinem ständigen Koautor Horst Königstein schuf, belegt das auf das Beste. Immer wieder wird dieses Familienporträt im Fernsehen wiederholt, und es wirkt - schon auch wegen der inzwischen verstorbenen Zeugin Elisabeth Mann - neu wie am ersten Tag. - Breloer wurde in Marl geboren und wuchs im Landgasthof Loemühle im westfälischen Niemandsland auf - für jeden, der je die "Marler Insel", also das Adolf-Grimme-Institut zu Preisverleihungen oder Jurysitzungen besuchte, ein legendärer Begriff. Der Grimme-Preis wurde Breloer sozusagen in die Wiege gelegt, und tatsächlich bekam ihn keiner so häufig wie er. Mit Nachbarschaftsdingen hat das allerdings wenig zu tun: Für sein Dokudrama "Todesspiel" um den Deutschen Herbst und die Schleyerentführung 1977 ging er in Marl sogar leer aus, obwohl er andernorts (Deutscher Fernsehpreis, Bambi) mit Preisen überschüttet wurde. Zu angepasst an die Zeitläufte und allzu korrekt sei die Dokufiction, dachte wohl 1997 die Jury. Filme wie "Die Staatskanzlei" (1989) über die Barschel-Affäre, "Kollege Otto - Die co op-Affäre" (1991) über die Lebensgeschichte des langjährigen co op-Vorstandsvorsitzenden Bernd Otto, aber auch der Zweiteiler "Wehner - Die unerzählte Geschichte" (1993) über den Sozialdemokraten Herbert Wehner zu Zeiten kommunistischer Denunziation, gesendet jeweils im Ersten, zählen zu den Sternstunden des deutschen Fernsehens. Für "Die Manns" bekam Breloer 2002 den Emmy, den vielleicht bedeutendsten internationalen Fernsehpreis. Die WDR-Intendantin Monika Piel sagte anlässlich des Geburtstags für die ARD: "Alle Ehrungen belegen, dass Ihre gleichermaßen bildenden wie unterhaltsamen filmischen Erzählungen zur deutschen Geschichte nicht nur Fernsehgeschichte geschrieben haben, sondern auch einen wichtigen Beitrag zur kulturellen und politischen Meinungsbildung sowie zur deutschen Identitätsfindung geleistet haben." - Filme zum 70. Geburtstag Heinrich Breloers: "Wehner - Die unerzählte Geschichte" (WDR, 14.02., 23.10 Uhr), "Gedanken auf glitzernden Flügeln - Der Filmemacher Heinrich Breloer" (WDR, 16.02., 14.15 Uhr), "Speer und Er" (ARD, 17. und 24.02., 02.03., jeweils 23.30 Uhr).

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