13.01.2012

Primal Fear - Unbreakable

Von Alexander Diehl
Unbeirrt: Primal Fear bewähren sich als Hüter ihres muskelbepackten Geheimrezepts.

Wie kann das nur gelingen? Immer innovativ sein, das nie Dagewesene suchen. Sicher, das ist eine Herausforderung. Aber gerne wird es unterschätzt, wenn die großen Schiffe von ihren Kapitänen seit Jahren zuverlässig und unbeschadet in den Heimathafen gesteuert werden. Alles machen wie bisher, nur eben ein bisschen besser, das ist ebenfalls keine leichte Aufgabe. Primal Fear stehen seit Ende der Neunziger für qualitätsbewussten Heavy Metal der mittelschweren Gattung. Auch "Unbreakable" hält den Kurs bei.

"Everybody join the metal nation", heißt es in einem Refrain ungefähr in der Mitte des Albums. Er ist hart genug, um glaubwürdig zu sein, und sanft genug, um kleben zu bleiben. Das richtige Maß finden, in dieser Disziplin sind die Herren Meister. Ähnlich die Situation bei der ersten Single: "Bang your head, bad guys wear black". Wunderbar. Dazu wird auch im gestandenen Alter kein Hehl daraus gemacht, wer sich als Lotse auf dem stürmischen Meer bewährt hat: Judas Priest waren immer schon dabei, die Helloween/Gamma Ray-Linie hat sich in "Marching Again" festgekrallt, auch Accept würden einen wunderbaren Partner abgeben.

Klar: Das alles strotzt vor maskulinem Selbstbewusstsein und verschwendet seine Zeit nicht mit dem Versuch, Stereotypen auszuweichen. Dass es dennoch prima funktioniert, beruht auf der Tatsache, dass hier alte Hasen am Steuer sitzen. Songstrukturen, Arrangements und die wahrscheinlich beste Gitarrenbesetzung in der Bandhistorie - Magnus Karlsson und Alex Beyrodt (Voodoo Circle, Sinner) - lassen nur diejenigen maulen, die mit der Szene generell auf Kriegsfuß stehen. Alle anderen erfreuen sich an den solistischen Glanzleistungen der Saitenfraktion, welche sich wie ein goldener Faden durch das Album ziehen. An einer eingespielten Rhythmusgruppe. Und natürlich an der Stimme von Ralf Scheepers, die nicht nur im bekannten Rob-Halford-Modus überzeugt, sondern auch wesentlich dazu beiträgt, die nachdenklichste und ruhigste Nummer des Albums, "Born Again", zum heimlichen Höhepunkt von "Unbreakable" zu befördern.

Primal Fear auf Deutschland-Tournee:

10.04., Berlin, C-Club

11.04., Ludwigsburg, Rockfabrik

13.04., Burglengenfeld, VA Zentrum

14.04., Bochum, Matrix

Informationen zur CD
Titel:Unbreakable
Band/Interpret:Primal Fear
Genre:Heavy Metal
Label:Frontiers
Vertrieb:Soulfood
EAN-Code:8024391054024
Veröffentlichung:20.01.2012
Bewertung:ausgezeichnet





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