Demjanjuk war am 12. Mai wegen Beihilfe zum Mord an mindestens 28 060 Juden 1943 im Vernichtungslager Sobibor zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Zugleich hatte das Münchner Landgericht den Haftbefehl gegen den pflegebedürftigen Demjanjuk aber als nicht mehr verhältnismäßig aufgehoben. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung haben Revision eingelegt.
Das privat geführte Pflegeheim erklärte über seinen Rechtsanwalt Domcke zur Aufnahme Demjanjuks vor einer Woche, es sei einer Bitte der Stadt München nachgekommen. "Die Verfolgung und Aburteilung früherer Taten ist allein Aufgabe der Justiz und war bei unserer Entscheidung, die ohne Ansehen der Person zu treffen war, nicht zu berücksichtigen", heißt es in der Erklärung. Seitens der übrigen Bewohner und Mitarbeiter habe es keine Bedenken gegeben.
Demjanjuk ist staatenlos und kann in seine letzte Wahlheimat USA, wo er Verwandte hat, nicht zurückkehren.
Feilnbachs Bürgermeister Hans Hofer (Freie Wähler) zeigte sich besorgt, weil bereits einige Urlauber ihren Aufenthalt aus Protest gegen die Anwesenheit Demjanjuks storniert hätten, wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte. Das Moorheilbad Feilnbach ist eine oberbayerische Vorzeigegemeinde am Fuße des Wendelsteins. (dpa)

Regenwahrscheinlichkeit: