Sie versuchten sich als Schlittschuhläufer, spielten Eishockey oder zogen ihre Kinder auf Schlitten über den See mitten in der Stadt. Auf den Maschsee in Hannover wagten sich am Samstag ebenfalls Schlittschuhläufer und Familien mit Kinderwagen, mehr als 100 000 Besucher sollten am Wochenende kommen. Auf Deutschlands Wasserstraßen stecken immer mehr Frachtschiffe im Eis fest.
In den kommenden Tagen soll es allerdings wärmer werden. Tief Maike befreit Deutschland vom Kühlschrank-Wetter und bringt zum Wochenbeginn allmählich wieder Temperaturen über Null. Kältehoch Dieter werde an diesem Sonntag abziehen, sagte Diplom-Meteorologe Christoph Hartmann vom Deutschen Wetterdienst am Samstag in Offenbach. Am Montag kommt ein weiteres Tief und bringt Schnee, in den Niederungen in Nord- und Westdeutschland auch Regen. Deshalb droht Glättegefahr zum Start der Arbeitswoche.
In Hamburg lockten Verkaufssbuden am Ufer mit Glühwein und Waffeln, auf dem Eis durften anders als beim letzten offiziellen Alstereisvergnügen 1997 keine Stände stehen. Auch eine mobile Sauna und viel Musik wurden geboten. Das Betreten der Außenalster erfolgt auf eigene Gefahr, auf die Binnenalster darf niemand gehen. Zwischenfälle gab es nicht. "Bis jetzt ist alles total friedlich", sagte ein Polizeisprecher. Der Maschsee war am Mittwoch freigegeben worden, nachdem eine Eisdicke von 13 Zentimetern erreicht worden war. Im Winter 2009 durfte der See zum letzten Mal betreten werden - auch damals kamen Zehntausende.
Auf dem Neckar hängen nach der Sperrung mehrerer Schleusen immer mehr Schiffe fest. Inzwischen seien 42 Schiffe zwischen Mannheim und dem Hafen Heilbronn vom Eis eingeschlossen, sagte Jörg Huber vom Wasser-und Schifffahrtsamt Heidelberg. Am Samstag waren mehrere Eisbrecher auf dem Neckar im Einsatz, um Wehre vom Eis zu befreien. Wegen des Winterwetters gehe auf dem Neckar praktisch nichts mehr. Wann die Frachter wieder fahren können, stehe noch nicht fest.
Auch in Bulgarien legte eine dicke Eisdecke die Schifffahrt auf der Donau lahm. Bei der Donaustadt Silistra im Osten war der Fluss komplett zugefroren, wie die bulgarische Donaubehörde am Samstag mitteilte.
In der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica fiel ein halber Meter Schnee. In Serbien waren 50 000 Menschen eingeschneit, teilte der Leiter des Notfallstabes, Predrag Maric, am Samstag in Belgrad mit. Um Strom zu sparen, bestimmte die serbische Regierung die nächste Woche als arbeitsfrei. (dpa)