EWE erhöht - swb nicht

 - 18.08.2011

Gaspreise ziehen zum Herbst wieder an

Berlin/Hamburg. Nach den Heizölpreisen ziehen auch die Gaspreise in Deutschland wieder deutlich an. 162 Gasversorger haben einer Übersicht des unabhängigen Internet-Verbraucherportals Toptarif vom Donnerstag zufolge Preiserhöhungen für September und Oktober angekündigt. Die swb ist nach eigenen Angaben nicht darunter.
Gaspreis
Für viele Gaskunden wird es ein teurer Herbst: Zahlreiche Versorger heben die Preise an. Ein Vier-Personen-Haushalt muss mit Mehrkosten von 141 Euro rechnen. Grund für die Erhöhungen ist der Ölpreis, an den die Gastarife gebunden sind.

Derzeit seien keine Gaspreiserhöhungen vorgesehen, sagte swb-Sprecherin Angela Dittmer auf Nachfrage von WESER-KURIER Online. Die swb hatte die Gaspreise zuletzt zum 1. Februar erhöht. Im Umland gibt es dagegen zum 1. September Preissteigerungen. Der Energieversorger EWE hat bereits vor einigen Wochen eine Erhöhung von 15 Prozent angekündigt.

Damit liegt EWE über dem bundesweiten Durchschnitt von 10,7 Prozent, den Toptarif bei den Preissteigerungen ermittelt hat. Das bedeutet für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden jährliche Mehrkosten von 141 Euro. Einzelne Ausreißer liegen noch deutlich darüber, zum Beispiel Versorger in Fulda (353 Euro Mehrkosten) und Wismar-Land (404 Euro).

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf das Portal Check24 über die Erhöhungswelle berichtet. Dort haben die Experten geringfügig andere Zahlen ermittelt und kommen auf insgesamt 149 Preiserhöhungen mit einem Durchschnitt von 140 Euro. Hintergrund für die Verteuerungen ist der hohe Heizöl- und letztlich der Rohölpreis. Für Rohöl der Nordsee-Sorte Brent waren in der ersten Jahreshälfte 112 Dollar für ein Barrel (159 Liter) zu bezahlen, das sind 30 Dollar mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Entsprechend teuer war Heizöl mit durchschnittlich 83 Euro für 100 Liter, 18 Euro mehr als im ersten Halbjahr 2010.

Die Gaspreise sind über Verträge der Gasimporteure mit der Entwicklung der Ölpreise verbunden und folgen mit einer Verzögerung von rund sechs Monaten. Die Ausschläge sind allerdings weniger heftig als beim Öl. Seit seinem letzten Tiefstand Ende 2009 legte der Gaspreis im bundesweiten Durchschnitt laut Toptarif um 6,4 Prozent zu; mehr als 100 Versorger haben schon in den Monaten Juni bis August erhöht. Mit der aktuellen Preisrunde hat laut Check24.de bereits jeder vierte Gasversorger in Deutschland Erhöhungen angekündigt oder vollzogen.

Selbst wenn sich der Ölpreis weiter entspannen sollte, könnten die Verbraucher erst nach der Heizperiode im nächsten Frühjahr davon profitieren. Ob für einen Mieter oder Hausbesitzer eine Gas- oder eine Ölheizung günstiger ist, lässt sich kaum sagen. Mal ist der eine Brennstoff billiger, mal der andere. Langfristig sind die Unterschiede nicht groß. (jop/dpa)





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