Eltern

 - 08.09.2010

Viele Eltern halten das Bildungssystem für ungerecht

Bad Rodach (dpa/tmn) - Die Mehrheit der Eltern hält das deutsche Bildungssystem für ungerecht: Nur 7 Prozent sehen gleiche Bildungschancen für alle und die Förderung schwacher Schüler schon «sehr stark» verwirklicht. Das hat eine repräsentative Emnid-Umfrage ergeben.
Grundschüler mit Lehrerin
Über die Grundschule Rautendorf wird 2013 noch einmal beraten.

Dagegen glauben 25 Prozent, dass das Leistungsprinzip eine «sehr starke» Rolle im Unterricht spielt. Von 10 Eltern erwarten 8 von der Schule vor allem, dass sie Kindern eine umfassende Allgemeinbildung vermittelt. Dass der Stoff stärker den Anforderungen des Arbeitsmarktes angepasst werden sollte, fordern hingegen nur 48 Prozent.

Lehrer kommen bei der Umfrage relativ gut weg: So sind drei Viertel der Befragten der Ansicht, dass sie ihre Kinder gerecht behandeln, 7 von 10 halten sie für engagiert. Neben den Lehrern sehen sich Eltern aber auch selbst sehr stark in der Pflicht: 90 Prozent sind der Ansicht, dass der Schulerfolg der Kinder von ihrer Unterstützung bei den Schularbeiten abhängt. 94 Prozent fühlen sich sogar «verpflichtet», sich um die schulischen Leistungen zu kümmern. Ein Drittel gab an, selbst Nachhilfe zu geben.

Um das Schulsystem zu verbessern, steht für 97 Prozent der Eltern eine stärkere individualisierte Förderung an erster Stelle. Nachfolgend werden die Schaffung neuer Lehrerstellen, modernere Unterrichtsmethoden sowie besser ausgestattete Schulen genannt. Keine Noten mehr zu verteilen oder die Hausaufgaben abzuschaffen befürworten hingegen nur 23 beziehungsweise 15 Prozent.

Für die Studie befragte Emnid bundesweit 3000 Eltern mit Kindern zwischen 3 und 16 Jahren. Auftraggeber war das Spielwaren- und Kinderkleidung-Unternehmen JAKO-O im bayrischen Bad Rodach.