Verkehr

 - 29.07.2010

Beim ADAC-Tunneltest 2010 überwiegend gute Noten

München. Erstmals hat der ADAC beim Tunneltest 2010 meist hervorragende Noten vergeben. Dennoch ist auch ein deutscher Tunnel glatt durchgefallen - der Tunnel Birth auf der A44 bei Velbert in Nordrhein-Westfalen. Er wurde mit der Gesamtnote «bedenklich» beanstandet.
Richard-Strauss-Tunnel in München
Auch der Richard-Strauss-Tunnel in München gehört zu den 16 Tunnels, die ein «sehr gut» erhielten. Vier fielen im Test durch. (Bild: dpa)

In 13 europäischen Ländern wurden insgesamt 26 Straßentunnels geprüft. 16 davon - und somit mehr als jeder zweite - wurden als «sehr gut» bewertet. «Die Tunnels werden sicherer, dieser Trend setzt sich fort», sagte Testleiter Nicolas Adunka am Donnerstag (29. Juli) in München.

Vier unterirdische Röhren wurden mit «gut» bewertet, zwei weitere erhielten ein «ausreichend». Trotzdem gibt es weiterhin Sorgenkinder mit zum Teil gravierenden Sicherheitsmängeln. Neben dem Tunnel Birth fielen auch drei Problemröhren im Ausland glatt durch. Die Hauptkritik am 25 Jahre alten Tunnel Birth: schlechte Beleuchtung, unzureichende Lüftung, keine Videoüberwachung im Tunnel und keine Kennzeichnung von Fluchtwegen. Für diesen Tunnel sei bereits eine Nachrüstung vorgesehen, aber nicht vor 2012, sagte Adunka.

Die beiden anderen in Deutschland geprüften Tunnels wurden dagegen mit «sehr gut» bewertet. Dabei handelt es sich um den Lohberg-Tunnel bei Darmstadt in Hessen und den Richard-Strauss-Tunnel am Mittleren Ring in München.

Der zweiröhrige Richard-Strauss-Tunnel mit einem extrem hohen Verkehrsaufkommen von 90 000 Fahrzeugen am Tag sei erst 2009 in Betrieb gegangen und verfüge dementsprechend über modernste Technik, sagte Adunka. Der Lohberg-Tunnel sei ein Beispiel dafür, dass auch ein einröhriger Tunnel gut abschneiden könne. Vorbildlich sei dort etwa der separate Fluchtstollen, in dem sich Autofahrer im Brandfall in Sicherheit bringen oder Rettungskräfte anrücken könnten.

Testsieger wurde der neu eröffnete Duplex-Tunnel auf der A86 bei Paris. Dieser Tunnel habe Vorbildcharakter in puncto Sicherheit, lobte der ADAC. Bei den vielen guten Bewertungen des Tests spiele natürlich auch eine Rolle, dass dieses Mal vor allem neuere oder sanierte Tunnels geprüft worden seien. Bei dem alljährlich vorgenommenen Test arbeitet der ADAC mit anderen Autoclubs in Europa zusammen. Es handelt sich dabei aber nur um eine Stichprobe, nicht um eine repräsentative Untersuchung.

Testverlierer war der erst zwölf Jahre alte Hvalfjörour-Tunnel in Island nördlich von Reykjavik - er erhielt mit «mangelhaft» die schlechteste Gesamtnote. Diese Röhre bleibe bei der Sicherheit deutlich hinter den europäischen Mindeststandards zurück und sei dringend sanierungsbedürftig, kritisierte der ADAC.

Der Autoclub fordert, dass die EU-Richtlinie zur Tunnelnachrüstung bis 2014 konsequent umgesetzt wird. Die Richtlinie war eine Reaktion auf mehrere Brandkatastrophen - so starben 1999 im Montblanc-Tunnel 39 Menschen, im gleichen Jahr kamen im Tauerntunnel 12 Menschen ums Leben. (dpa)





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