So ist von arglistiger Täuschung auszugehen, wenn dem Käufer bekannte Mängel des Wagens und eine Tätigkeit des Verkäufers als Autohändler verschwiegen werden (Az.: 251 C 19326/08). Käufer können demnach verlangen, dass der Verkäufer nach dem Kauf fällige Reparaturen an dem Fahrzeug bezahlt.
In dem Fall hatte ein Mann für seine Ehefrau ein Auto gekauft. Die Verkäuferin hatte den Wagen im Internet als «in einem Superzustand» angepriesen. Der Mann hatte über den Kauf aber mit ihrem Ehemann verhandelt, der eigentlich Autohändler war. Er testete das Auto nur kurz und kaufte es dann für 8700 Euro. Dabei vereinbarten die beiden einen «Gewährleistungsausschluss». Bei der Heimfahrt merkte der Käufer aber nach wenigen Kilometern, dass das Auto nicht schneller als 80 bis 100 km/h schaffte. Kurz vor seinem Ziel blieb es sogar ganz stehen und musste abgeschleppt werden.
Die Verkäuferin weigerte sich, die mehr als 1000 Euro teure Reparatur zu bezahlen. Das Gericht aber entschied, dass sie zahlen muss: Zum einen habe der Defekt am Auto schon vor dem Verkauf vorgelegen. Zweitens greife der «Gewährleistungsausschluss» nicht, weil der Ansprechpartner sich als Autohändler herausgestellt habe und es daher eine «arglistige Täuschung» sei, zu behaupten, der Wagen sei in einem «Superzustand».