Gesundheit

 - 02.02.2012

Müde im Winter: Ausschlafen laut Experte ratsam

Klingenmünster. Das Aufstehen fällt an düsteren Wintertagen besonders schwer. Kein Problem, sagen Schlafmediziner. Eine halbe Stunde mehr im Bett kann man sich zur Zeit durchaus erlauben - das ist sogar gesund.
Ausschlafen ist im Winter ratsam
Das Aufstehen fällt an düsteren Wintertagen besonders schwer. Experten raten, der inneren Uhr nachzukommen und etwas länger zu schlafen. (Foto: Malte Christians)

Wem in der dunklen Jahreszeit das Aufstehen schwer fällt, der braucht kein schlechtes Gewissen zu haben: "Es ist nicht ungesund, wenn wir im Winter der inneren Uhr nachkommen und etwas länger schlafen", sagte der Schlafmediziner Hans-Günter Weeß vom Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie in Klingenmünster. Denn der menschliche Organismus passe sich den Jahreszeiten an und folge einem Hell-Dunkel-Rhythmus.

"Melatonin, ein Hormon, das uns müde werden lässt, wird je nach Helligkeit ausgeschüttet. Helles Licht stoppt die Ausschüttung von Melatonin", sagte der Leiter des zum Pfalzklinikum gehörenden Schlafzentrums. In der dunklen Jahreszeit schüttet der Körper daher mehr Melatonin aus. Studien zufolge schläft der Mensch im Winter im Durchschnitt etwa eine halbe Stunde länger.

Obwohl das Schlafbedürfnis dank Melatonin höher ist, bleibt die Länge der zur Erholung wichtigen Tiefschlafphase wie auch des Traumschlafs gleich. "Das, was sich verändert, sind die oberflächlichen Schlafstadien. Diese nehmen im Winter zu", sagte der Schlafmediziner. Doch auch der oberflächliche Schlaf ist nicht unbedeutend: "Wenn sie dem gestiegenen Schlafbedürfnis nicht nachkommen, merken sie, dass sie sich über den Tag müder fühlen", sagte Weeß.

Wie viel länger man im Bett bleiben sollte, ist je nach Schlaftyp unterschiedlich. So unterscheidet man zwischen Kurz- und Langschläfern. Der Kurzschläfer benötigt drei, vier oder fünf Stunden Schlaf pro Nacht, während Langschläfer erst nach neun, zehn oder elf Stunden ausgeschlafen sind, wie der Somnologe erklärt.

Das Hormon Melatonin weckt nicht nur das Schlafbedürfnis, es drückt auch auf die Stimmung. Für Manche bringt die längere Dunkelheit aber auch Vorteile: "Wenn ein Schichtarbeiter im Sommer gegen fünf Uhr morgens aus der Nachtschicht kommt, bekommt er eine hohe Lichtdosis und wird wach. Im Winter hat er diesen Nachteil nicht und kann nach der Arbeit zu Hause leichter einschlafen", sagte Weeß. Wer im Winter bereits um fünf Uhr morgens mit der Arbeit beginnen muss, hat es allerdings besonders schwer. (dpa)





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