Medizin

 - 03.02.2012

Weltkrebstag: Übergewicht bald größtes Risiko?

Heidelberg. Übergewicht spielt eine immer größere Rolle bei der Entstehung von Krebs. Die zu vielen Pfunde könnten sogar dem Rauchen den Rang als Risikofaktor Nummer eins ablaufen, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum zum Weltkrebstag am Samstag (4.2.) mit.
Jeder Vierte an Krebs
Jeder Vierte an Krebs. Zu den Risikofaktoren gehören unter anderem Übergewicht und Rauchen. (Foto: Lutz Langbein/DKFZ)

In Deutschland stirbt jeder Vierte an Krebs. Im Jahr 2010 waren Krebserkrankungen die Ursache für den Tod von rund 219 00 Menschen, heißt es vom Statistische Bundesamt zum Weltkrebstag. Bösartige Lungen- und Bronchialtumore waren die häufigste Krebsart mit Todesfolge. Danach folgten Erkrankungen der Brust, des Dickdarms und der Bauchspeicheldrüse. Nach Herz-Kreislauferkrankungen mit rund 353 000 Todesfällen ist Krebs bei uns unverändert die zweithäufigste Todesursache.

In den Fokus rückt immer mehr Übergewicht als Krebsursache. "Da die Zahl der übergewichtigen Menschen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat, dürfte die Zahl dieser Krebskranken auch steigen", sagte Hermann Brenner vom Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) am Freitag (3. Februar). Wichtig sei es daher, betroffene oder gefährdete Menschen stärker aufzuklären.

Zu den Erkrankungen, bei denen ein gesicherter Zusammenhang zu Übergewicht besteht, zählen laut DKFZ Nieren- und Darmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren sowie vor allem Tumore der Speiseröhre und der Gebärmutterschleimhaut. Bei Letzterem gilt Übergewicht sogar in der Hälfte aller Fälle als Ursache.

Besonders unter Jugendlichen ist den Forschern zufolge das Rauchen, das vor allem für viele Lungenkrebs-Fälle verantwortlich ist, aus der Mode gekommen. Übergewicht hingegen wird zu einem immer größeren Problem der Gesellschaft. Oft ist jedoch unklar, was noch normal ist und wo Fettleibigkeit beginnt, wie die Experten betonen.

Wahrscheinlich sei das viszerale Fett zwischen den Bauchorganen besonders gefährlich. "Davon können auch relativ schlanke Personen zu viel angesammelt und dadurch ein erhöhtes Krebsrisiko haben", sagte Otmar D. Wiestler, der Vorstandsvorsitzende des DKFZ. (dpa)





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