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Biblisch gesehen muss der Mensch seit dem Turmbau zu Babel einige Verständigungsprobleme überbrücken. Da Douglas Adams' alles übersetzender Babelfisch bisher noch nicht auf der Erde entdeckt wurde, muss der globale Reisende weiter Vokabeln pauken. Und da die Welt nun mal ein Dorf ist, haben viele Interesse daran, sich fremdsprachlich zu bilden. Erwachsenenbildung an der Volkshochschule ist allerdings teuer und nicht immer effektiv. Das Internet bietet Autodidakten dagegen neue Möglichkeiten: Sprachen kostenlos von Muttersprachlern lernen.
Aller Anfang ist schwer. Für einen leichteren Anfang mit einer neuen Sprache gibt es Livemocha.com. Das Portal wurde kürzlich vom "Time"-Magazine als eine der besten 50 Websites ausgezeichnet und bietet kostenlose Sprachkurse in über 30 Sprachen - von Afrikaans bis Zulu. Für angemeldete Benutzer stehen bis zu vier Kurse pro Sprache gratis zur Verfügung, angefangen bei einfachen Wortübungen bis zu Aufgaben für Fortgeschrittene. Alle Kurse sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut, wurden von Muttersprachlern übersetzt und für Hörübungen eingesprochen. Der Lernende absolviert so pro Kurs Vokabel- und Ausspracheübungen, die von anderen Communitymitgliedern korrigiert werden. Und wem eine Sprache nicht genug ist: Es können nach Belieben weitere Kurse kostenfrei hinzugefügt werden.
Nach einem ähnlichen Prinzip wie Livemocha.com funktioniert auch Busuu.com. Auf dem Portal kann kostenlos an Sprachkursen bis zu einem hohen Schwierigkeitsgrad teilgenommen werden - allerdings nur in den großen europäischen Sprachen Englisch, Spanisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Russisch. Dafür ist Busuu.com in einem netten interaktiven Design gehalten, fordert den Lernenden schneller und wird zudem von einem bekannten Wörterbuchverlag unterstützt. Kleine Sprachspiele und der "Busuu-Talk" lockern das Lernen zusätzlich auf. So sieht man schnell sein "Sprachbäumchen" im "Sprachgarten" schnell wachsen. Wer dagegen noch eine Einführung in die Grammatik sucht, ist auf der Wikipedia-Seite der jeweiligen Sprache auch gut beraten.
Kursanbieter wie Livemocha.com und Busuu.com richten sich in erster Linie an Anfänger. Wer aber auch mit höheren Sprachkenntnissen Übung sucht, erhält diese über Tandempartner. Lernfreunde vermittelt zum Beispiel die Ruhr-Universität Bochum auf Tandem.uni-trier.de. Dort muss jeder Interessierte ein Anmeldeformlar ausfüllen und angeben, welche Sprache er mit wem gerne lernen möchte. Die Auswahl ist dabei groß: Von Abchasisch über Hebräisch bis zu Zhuang ist prinzipiell alles möglich. Allerdings werden hier nur Partner vermittelt, die ihrerseits Deutsch lernen - und somit verringert sich die Wahrscheinlichkeit wieder auf die großen europäischen Sprachen. Der Service ermutigt dennoch alle, es auch mit exotischeren Sprachen zu versuchen - unter Umständen kann sich die Vermittlung dann allerdings in die Länge ziehen.
Weniger akademisch, aber dafür bevölkerter ist das Portal der "Lingofriends", lingofriends.com. Auch dort werden Sprachpartner gesucht. In der internationalen Community finden sich leichter Muttersprachler, die ihre Kenntnisse auch ohne Gegenleistung weitergeben. Allerdings: Nicht jeder antwortet, und Gespräche verlaufen schnell im Sand.
Schussendlich ist Vokabellernen das A und O. Und wer den verhassten Karteikasten aus Schulzeiten nicht wieder auspacken will, kann das Vokabeltraining auf Vokker.net verlagern. Auf dem Lernportal werden nach dem altbewährten Fächersystem Begriffe gepaukt und Vokabeln untereinander ausgetauscht. So bleibt das Gelernte auch im Langzeitgedächtnis und geht nicht sofort wieder verloren.
