Die Erstklässlerin war vor gut einer Woche mit Ehec-Symptomen in ein Hamburger Krankenhaus eingeliefert worden. In der Nacht zum Sonntag starb das Mädchen an den Folgen der Infektion. Die Hamburger Gesundheitsbehörde untersucht nun, wie und wo sich das Kind angesteckt haben könnte. Nachdem zunächst Eltern und Geschwister negativ auf den Keim hin untersucht worden waren, konzentriert sich die Suche nach dem Infektionsherd nun auf den Einzelhandel. Insgesamt 30 Lebensmittelproben hat die Gesundheitsbehörde im Hamburger Hygieneinstitut bislang untersuchen lassen. Diese stammen sowohl aus dem Kühlschrank der betroffenen Familie als auch aus dem Einzelhandel im Wohnumfeld. "Auf keiner der Proben haben wir Ehec nachweisen können", sagte Sprecher Pust. Damit blieb auch gestern ungeklärt, wie sich die Sechsjährige angesteckt hat. Zur Sicherheit sollen die Proben nun noch einmal vom Bundesamt für Risikobewertung untersucht werden. Die Gorch-Fock-Schule in Blankenese, in der das Mädchen zur Schule ging, wurde desinfiziert. Den Eltern wurde freigestellt, ob sie ihr Kind zur Schule schicken.
Im vergangenen Jahr waren deutschlandweit 53 Menschen an Ehec gestorben, mehr als 3800 Personen waren infiziert, davon mehr als 700 in Niedersachsen. Es war die bisher größte Ehec-Infektionswelle in Deutschland. Das Landesamt für Verbraucherschutz in Oldenburg geht nach wie vor davon aus, dass Ehec über Bockshornkleesamen aus Ägypten eingeschleppt und über einen Biohof in Bienenbüttel (Kreis Uelzen) verbreitet wurde - auch wenn der Nachweis dafür bis heute nicht erbracht ist. Das Verbraucherschutzministerium in Hannover beruft sich auf eine Indizienkette, nach der der Ausbruch der Krankheit auf den Verzehr von Sprossen aus Bienenbüttel zurückzuführen war.
Jedes Jahr erkranken nach Angaben des Robert-Koch-Institutes in Berlin knapp 1000 Menschen in Deutschland an dem gefährlichen Keim. Demnach sei der Hamburger Todesfall nichts Ungewöhnliches, wenngleich besonders tragisch, weil ein Kind betroffen sei, so eine Sprecherin. Mit Stand vom 8. Februar meldete das Robert-Koch-Institut 20 Ehec-Fälle in Deutschland - fünf davon in Nordrhein-Westfalen, drei in Rheinland-Pfalz, je zwei in Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, je einer in Bayern, Brandenburg, Hessen und Hamburg.


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