Was bei Billigfliegern längst Gang und Gäbe ist, statt die City einen Außenposten anzusteuern, möchte die Hamburg-Köln-Express GmbH (HKX) nun auch ausprobieren. Eher gesagt: Muss sie ausprobieren. 'Den Bremer Hauptbahnhof können wir nicht anfahren, weil die Gleise belegt sind', erklärt HKX-Geschäftsführer Derek Ladewig. Deswegen soll der Fernzug die Hansestadt auf der bestehenden Güterbahn Sagehorn-Dreye umfahren.
Wer dennoch in die Bremer Innenstadt gelangen will, soll aber mit guten Anschlussmöglichkeiten zu den bestehenden Regionalbahnen rechnen können, erklärt Ladewig. Eine positive Seite kann der Geschäftsführer der Berliner Eisenbahngesellschaft der Abkürzung jedoch abgewinnen: 'Das verkürzt die Fahrzeit.'
Der Fahrplan für den Start im Sommer 2010 steht bereits: In Richtung Köln fahren Züge um 8.01, 12.03 und 18.01 Uhr in Sagehorn ab. Richtung Hamburg geht es um 10.02, 15.56 und am Abend um 20.00 Uhr. Dabei soll es vorerst bleiben, erklärt Derek Ladewig. Während Hamburg laut Fahrplan in gut 50 Minuten erreicht wird, dauert die Fahrt ins Rheinische etwas mehr als drei Stunden.
Außerdem sind dann Osnabrück, Münster, Gelsenkirchen, Essen, Duisburg und Düsseldorf von Sagehorn aus erreichbar. Mehr Züge sollen fahren, falls das Angebot bei den Fahrgästen gut ankommt. Ladewig: 'Mal sehen, wie gut es läuft.'
Und was kostet die Fahrt? 'Ein gutes Stück weniger, als mit der Deutschen Bahn', kündigt Derek Ladewig an. Genaueres soll im Frühjahr feststehen. Welche Fahrzeuge sein Unternehmen einsetzen will, verrät er allerdings schon jetzt: Die US-amerikanische Railroad Development Cooperation habe den Österreichischen Bundesbahnen gebrauchte InterCity-Triebwagen abgekauft. 'Die werden derzeit aufgearbeitet', berichtet Ladewig.
Von der Absicht des jungen Eisenbahn-Unternehmens mit Sitz in Berlin hatte Oytens Bürgermeister Manfred Cordes kürzlich schon vage erfahren. 'Aber so richtig glauben konnte ich das noch nicht', gesteht er ein. Jetzt freut er sich um so mehr, dass seine Gemeinde einen direkten Anschluss nach Hamburg erhält. 'Es war schon lange eine Forderung der Sagehorner, umsteigefrei nach Hamburg fahren zu können.' Auch wenn der erste Zug an die Elbe erst am Vormittag fährt - was für das Gros der Oytener Bahnpendler zu spät sein dürfte.
Sollten Bremer auf die Idee kommen, nicht mit dem Zug, sondern mit dem Auto nach Sagehorn zu fahren und erst dort in den Billig-Zug zu steigen, dürfte es auf dem Parkplatz etwas enger werden. Manfred Cordes steht dem allerdings gelassen gegenüber. 'In Oyten und Sagehorn ist jeder willkommen', sagt er. Falls die vorhandenen Flächen eines Tages doch nicht mehr ausreichen sollten, gebe es sicher pragmatische und kostengünstige Wege, an der Station mehr Stellplätze zu schaffen.




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