Achim·Fischerhude. Der klirrende Frost der vergangenen Tage hat ganze Arbeit geleistet. "Ganz schön glatt das Eis", sagt Nina Nürnberg, die gestern ihre Schlittschuhe untergeschnallt hatte und auf der überfrorenen Fläche vor der Achimer Windmühle ihre Runden drehte. "Fast hätte ich mich auf die Nase gelegt", sagt die Schülerin. Die Eislauffläche vor der idyllischen Mühle in Achim ist aber nur einer von zahlreichen Plätzen, die von Schlittschuhläufern jeden Alters derzeit genutzt werden können.
Durch die heftigen Regenfälle der vergangenen Woche stand auf vielen tiefer liegenden Wiesen und Äckern noch reichlich Wasser - das jetzt zur idealen Eislauffläche geworden ist. Man muss kein Prophet sein, um für das Wochenende einen Ansturm auf dieses Eis vorherzusagen.
In Fischerhude war auf den großen gefrorenen Wasserflächen auf den Wümmewiesen schon gestern viel los. Anna Lisa und Maike schliddern am späten Nachmittag im Sonnenuntergang auf Boots über das Eis, zuvor waren sie hier mit Schlittschuhen unterwegs. Die Schülerinnen aus Rautenberg sind schon den ganzen Nachmittag auf dem Eis und haben dementsprechend rote Wangen von der vielen frischen Luft. Kalt ist ihnen aber nicht - die Lauferei hat sie trotz des schneidigen Ostwindes warmgehalten. Auf einigen der überschwemmten Flächen lässt es sich von Fischerhude aus fast bis Oberneuland laufen, erzählen andere Wintersportler. Allerdings müsse man aufpassen, weil die die Stacheldrahtzäune zwischen den Flächen nicht unter Wasser - beziehungsweise Eis - stehen.
Als Familientreff entpuppt sich eine große Fläche zwischen Fischerhude und Quelkhorn in der Nähe des Feuerwehrhauses. Hier sind große und kleine Läufer unterwegs - zum Teil dick vermummt und mit Schlitten ausgestattet.
Heidemarie und Gerd Tramm aus Hellwege testen ebenfalls als erste das Eis in den Wümmewiesen - allerdings bei Hellwege. "Es ist in diesem Jahr besonders glatt , wenn man mit den Wind läuft macht es richtig Spaß, gegen den Wind ist es etwas unangenehm", sagt Gerd Tramm, der sein Eishockeyschläger dabeihat.
Badeseen sind nicht frei gegeben
Die Badeseen in Oyten, Blender oder Otterstedt sind allerdings noch nicht frei gegeben für die Läufer. Hier muss es noch ein paar Tage kräftig frieren, damit die Eisdecke dick genug ist. Vor der trügerischen Winteridylle warnen landkreisweit die Rettungsorganisationen, denn wer sich auf's Eis wagt, begibt sich in Lebensgefahr. Wird das Eis freigegeben, birgt es dennoch Gefahren. Beispielsweise kann es am Ufer dicker sein als weiter draußen. Gefährlich sind auch Zuflüsse zu ruhenden Gewässern. Denn diese bringen oft wärmeres Wasser mit. Bei einem Knacken oder Knirschen der Eisfläche sollte diese vorsichtshalber sofort verlassen werden."Ist jemand eingebrochen, bleiben nur wenige Minuten, um sich aus dem kalten Wasser auf das Eis zu retten. Selbst ein Erwachsener mit guter Kondition hat sonst keine Chance zu überleben", sagt Kersten Enke von den Johannitern aus Verden.
Falls man es alleine aus dem Wasser zurück aufs Eis schafft, ist es wichtig, sich liegend und mit gespreizten Armen und Beinen ans Ufer zu bewegen. Ersthelfer sollten immer sofort den Notruf 112 wählen. Wenn möglich, sollen die Helfer vom Ufer aus beispielsweise mit einem Ast versuchen, die eingebrochene Person zu retten. Keinesfalls darf das Eis betreten werden. Gelingt die Rettung, sollten die Helfer dem Betroffenen die nasse Kleidung ausziehen und ihn in trockene Sachen wickeln, damit er vor weiterer Auskühlung geschützt wird.



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