Die Emjula-Gruppe besteht aus Mitarbeiterinnen freier und öffentlicher Träger der Jugendhilfe, kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und Mädchenpädagoginnen. Die Gruppe trifft sich etwa drei bis vier Mal jährlich. Seit 2002 hat Emjula auch einen Sitz im Jugendhilfeausschuss. Bei einem ihrer Treffen befassten sich die Frauen mit dem Thema Mädchenliteratur und wollten dazu gerne Buchtitel auflisten. "Es gibt Mädchenbücher en masse. Wir haben überlegt, was moderne junge Frauen gerne lesen", erzählt Samira Samiei vom Jugendtreff Langwedel. Dabei stellten die SoFa-Mitarbeiterin und ihre Kolleginnen fest, dass es in den Büchereien im Landkreis durchaus Nachholbedarf gibt. "Die Ottersberger Bücherei ist eigentlich sehr gut ausgestattet. Es gibt Vampir- und Abenteuerbücher, aber gar nichts über Mädchenliebe", berichtet Ottersbergs Gleichstellungsbeauftragte Katrin Berger. Bulimie, Zwangsheirat und Cyber-Mobbing, aber auch Tabuthemen wie sexueller Missbrauch interessieren die Mädchen, hat die
Emjula-Gruppe herausgefunden. Wichtig sei jedoch immer, dass das jeweilige Thema gut verpackt ist und der Lesepaß nicht zu kurz kommt. Aufklärung kann beispielsweise in einem schönen Roman stattfinden.
Aus dem Etat der Gleichstellungsbeauftragten und dank Spenden der Buchhandlungen Froben (Ottersberg) und Rohrberg (Langwedel) schaffte Emjula insgesamt 30 Bücher an. Jede der sechs beteiligten Bibliotheken bekommt fünf oder sechs Titel, die sie sich gewünscht hatte. Demnächst soll es auch in Verden, unterstützt von den Buchhandlungen Mahnke und Vielseitig, neue Mädchenlektüre geben. Spätestens Anfang März stehen die Bücher in den Regalen und können ausgeliehen werden. Bereits Neunjährige werden dort fündig, ebenso junge Erwachsene. Außerdem wird bei den Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen und in den Jugendhäusern ab März eine Liste mit Leseempfehlungen für Mädchen erhältlich sein.



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