Harpstedt·Prinzhöfte·Dötlingen-Busch. An Schlaf war für viele Feuerwehrleute im Südwesten des Landkreises nicht zu denken. Nachts mussten sie zu zwei Bränden im Gebiet der Samtgemeinde Harpstedt ausrücken. Einige wurden am Vormittag erneut aufgeschreckt, diesmal von einem Alarm in Wildeshausen. Insgesamt waren laut dem Kreispressewart der Feuerwehren, Uwe Arndt, rund 200 Einsatzkräfte von zehn Wehren mit etwa 30 Fahrzeugen mit den Löscharbeiten beschäftigt.
Das erste Feuer wurde gegen 3.15 Uhr gemeldet. Im Harpstedter Gewerbegebiet an der Königsberger Straße war die Werkshalle einer Tischlerei in Brand geraten. Nach Angaben der Polizei brach das Feuer in einem Raum mit einer Absauganlage aus. Innerhalb der Halle entwickelte sich starker Qualm. Als Brandursache hat die Polizei einen technischen Defekt der Absauganlage festgestellt. Durch das Feuer wurde das Dach beschädigt. Den Schaden schätzt die Polizei auf 40000 Euro.
Noch während die Einsatzkräfte aus Harpstedt, Prinzhöfte und Colnrade den Brand bekämpften, ging gegen 3.45 Uhr bei der Leitstelle in Ganderkesee ein zweiter Notruf ein. In etwa zwölf Kilometer Entfernung vom ersten Brandort stand in Prinzhöfte am Stolzbruch eine etwa 100 Meter lange frei stehende Legehalle mit drei Hühnerställen in Flammen. Das Feuer erfasste einen der Ställe in voller Ausdehnung. Dabei kamen nach Polizeiangaben auch rund 4000 Hühner um. Die überlebenden 15000 Tiere haben auch nicht viel davon, den Flammen entkommen zu sein: Sie müssen notgeschlachtet werden, weil sie nicht mehr verzehrt werden dürfen. Ein Mitarbeiter des Veterinäramtes Oldenburg war am Brandort. Den Schaden siedelt die Polizei bei rund einer Million Euro an.
Zur Brandbekämpfung wurden benachbarte Wehren aus den Gemeinden Ganderkesee und Dötlingen sowie der Stadt Wildeshausen hinzugerufen, außerdem wechselten die Einsatzkräfte aus Prinzhöfte und Colnrade, sobald es möglich war, vom ersten zum zweiten Brandort. Auch die Drehleiter aus Wildeshausen sowie der Atemschutzwagen der Kreisfeuerwehr kamen zum Einsatz. Vor besondere Herausforderungen sahen sich die Feuerwehrleute durch die schiere Größe des Brandes gestellt. Um eine Wasserversorgung mit ausreichenden Mengen und ausreichendem Druck sicherstellen zu können, hätten die Kameraden einige Leitungen über ein bis eineinhalb Kilometer legen und mit Zwischenpumpen ausstatten müssen, sagte Arndt. "Das war eine Materialschlacht." Zusätzliche Probleme habe der Frost bereitet. Damit Strahlrohre und Schläuche nicht einfrieren, müsse das Wasser permanent laufen, erläuterte der Feuerwehrsprecher.
Tür war nicht aufgebrochen
An dem Stall wurde eine defekte Tür entdeckt. Entgegen ersten Meldungen soll sie aber nicht aufgebrochen worden sein. Die Polizei hat keine Hinweise auf Brandstiftung. Sie geht davon aus, dass ein technischer Defekt den Brand ausgelöst hat, ermittelt aber noch weiter.
Die Wehren aus Wildeshausen, Dötlingen und Neerstedt waren dann noch einmal gefordert, als um 11.20 Uhr der Brand eines Pferdestalls auf dem Gelände des Guts Altona gemeldet wurde. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte zeigte sich starker Rauch im Dachbereich. Das Feuer war offenbar in einem Aufenthaltsbereich oberhalb der eigentlichen Stallungen ausgebrochen. Dort stand ein Kaminofen. Es wird vermutet, dass sein Befeuern zunächst zu einem Schornsteinbrand geführt hat, der sich dann auf den Dachstuhl ausdehnte. Die Feuerwehr öffnete das Dach und löschte die Brandnester. Wasserprobleme gab es in diesem Fall nicht, weil in den Teichen nebenan unterhalb der Eisdecke genügend flüssiges Wasser vorhanden war. Pferde waren nicht im Stall, also auch nicht gefährdet. Der Schaden wird mit etwa 10000 Euro angegeben. Während der etwa einstündigen Löscharbeiten war die Wildeshauser Straße gesperrt.



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