Grohn. Nach Abitur und Studium der Geschichte und Erziehungswissenschaft in Hamburg folgte das Studium für Schulmusik in Weimar, danach in Jena. Parallel dazu liefen ein Dirigierstudium bei Professor Gerd Frischmut und Hospitationen bei Professor Nicolas Pasquet. Im Januar 2000 erhielt er die Festanstellung an der Musik- und Kunstschule Jean als Orchesterleiter. Hier entwickelte sich auch eine interessante Variante: Er war verantwortlich für musikdramatische Aufführungen der Schule. 2008 realisierte er Mozarts "Zauberflöte" und im Jahr darauf die "Leichenoper" von Christoph Schambach.
Neben vielen weiteren verantwortungsvollen Tätigkeiten als Dirigent und Solist leitete er seit 1995 die Orchester der Musik- und Kunstschule Jena mit Auslandtourneen nach England, Norwegen, den Niederlanden, Frankreich Zypern, Palästina und anderen Ländern.
Internationale Dozententätigkeit
1999 gründete Martin Lentz den Landesverband der "Jeunesse Musicales Deutschland" und wurde Mitglied des Vorstands. Seine Dozententätigkeiten in Helsinki, Finnland, Beratungs- und Unterrichtstätigkeiten für die Barenboim-Said- Foundation in Palästina und die Dirigententätigkeit beim Orchester in Ramallah sind weitere Belege für die außergewöhnliche und qualifizierte Umtriebigkeit des neuen Dirigenten. "Aus all diesen Tätigkeiten hat sich ein Netzwerk von Beziehungen entwickelt, von dem auch, nach Abstimmung mit dem Jugendorchester, meine Zusammenarbeit mit dem Ensemble profitieren kann", zeigt Martin Lentz sich überzeugt.
Durch den vielfältigem Umgang mit Studenten und Jugendlichen ist ihm bewusst geworden, wie schnell die Gesellschaft sich wandelt. Es sei für junge Menschen schwieriger geworden, sich an eine feste Formation zeitlich zu binden. Die digitalen Möglichkeiten seien zwar ungemein hilfreich, aber sie könnten auch viel Zeit in Anspruch nehmen. Sein Fazit: "Das Musizieren muss so interessant sein, dass es die jungen Menschen immer wieder neugierig macht, weitere Felder des musikalischen Kosmos zu entdecken. "Meine Neigung zu Crossover- Projekten, etwa die Zusammenarbeit mit Big Bands, Tanzformationen oder Opern kann hier neue Erlebnishorizonte eröffnen, geht er auf seine Konzeption ein.
Martin Lentz wird wie gewohnt jeden Mittwoch mit dem JSO und davor mit dem Aufbauorchester in der Musikschule Grohn proben.
Sein Wohnsitz ist Bremen. Für zwei Tage in der Woche fährt er nach Jena, um dort musikpädagogisch tätig zu sein. Hat er Zukunftspläne mit dem JSO? Da winkt er ab. "Nun folgt erst die Phase des gegenseitigen Kennenlernens. Aber soviel ist sicher. Ich freue mich auf diese neue Herausforderung", sagt der neue Dirigent.



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