Worum sich im Einzelnen die damit losgetretene Diskussion drehen wird, ist unschwer vorauszusagen: Ist die "Aufmerksamkeit" der Sicherheitswächter wirklich ihre einzige Waffe, oder dürfen sie - und sei es zu ihrer eigenen Sicherheit - wenigstens einen kleinen Stock oder ähnliches mit sich führen? Wie grenzt man ihre Aufgabe zuverlässig von der hoheitlichen Funktion der Polizei ab? Wie werden sie ausgebildet? Was dürfen sie, was ist ihnen untersagt?
Die Liste solcher Detailfragen ist praktisch beliebig verlängerbar, und doch geht sie am eigentlichen Kern des Problems komplett vorbei. Der Kern liegt in der Notwendigkeit, sich mit dem Thema Sicherheitswacht überhaupt auseinandersetzen zu müssen. Dabei wird die personelle Auszehrung der Polizei als etwas hingenommen, mit dem wir uns abfinden müssen und das nun kompensiert werden muss.
Sicherheit herzustellen, Straftaten vorzubeugen und zu verfolgen ist und bleibt die alleinige Aufgabe des Staates. Das bedeutet, dass die dafür notwendigen Mittel und das erforderliche Personal zur Verfügung gestellt werden müssen. Diese Aufgabe duldet auch keine Versuche, Kriminalität durch geschickte Öffentlichkeitsarbeit von Presseabteilungen klein zu reden oder gar totzuschweigen - eine Übung, mit der Journalisten gerade in Bremen-Nord reichlich Erfahrungen gesammelt haben.
Wenn der Staat seine Aufgabe nicht erfüllt, wird man seinen Vertretern die Ernsthaftigkeit dieser Nachlässigkeit an den Wahlurnen verdeutlichen müssen. Nimmt er seine Funktion ernst, erübrigt sich jede Diskussion über Sicherheitswächter. So einfach ist es. Dazwischen gibt es nichts.



Regenwahrscheinlichkeit: