'Mich überrascht dieser Schritt nicht', sagt Tamer Sert, Vorsitzender des Delmenhorster FDP-Kreisverbands. Ihm fiel bereits vor zwei Tagen auf, dass auf der Fraktions-Homepage (www.fdp-fraktion-delmenhorst.de) der entsprechende Titel ausgetauscht wurde. Stattdessen steht 'Achtung Änderung dieser Seite in den nächsten Tagen!!' oben auf der Seite.
Viel Zuspruch erfahren
Dähne betonte im Gespräch, dass er und seine Mitstreiter nach ihrem angekündigten Austritt aus dem Kreisverband - bei Sert lagen bis gestern die entsprechenden Unterlagen noch nicht vor - viele positive Rückmeldungen bekommen hätten, sowohl von Bürgern, die sich über die Homepage gemeldet hätten, als auch von benachbarten Kreisverbänden, die durch die Bank Verständnis für die Entscheidung der Fraktion gezeigt hätten. 'Durch den Austritt machen wir aber einen ganz klaren Schritt', begründete Dähne, warum es nun doch zum Austritt kommt. 'Wir haben nichts gegen die FDP im Land und im Bund, wir haben aber etwas gegen die Mafiastrukturen vor Ort.' Es scheint so, als wenn sich die Wogen zwischen den zerstrittenen Parteiteilen immer noch nicht geglättet haben.
In der zweiten Aprilwoche wollen Dähne, Unger und Matthes ihr neues Programm vorstellen. 'Wir wollen dann sehen, wieder mehr die Leistungsträger in der Gesellschaft anzusprechen. Es gibt viele, die nehmen, aber die, die geben, werden zu wenig wahrgenommen', erklärte Dähne. In der Bildungspolitik will sich die neue Gruppe unter anderem für den Erhalt aller Grundschulen einsetzen. Zudem sollen in der Integrationspolitik neue Akzente gesetzt werden.
Sert bedauerte für seine Partei, dass sie nun ohne politische Repräsentanz dasteht. 'Es war ein harter, guter Wahlkampf 2006, nach dem die FDP mit fünf Sitzen in den Rat eingezogen ist. Und ich war einer der Hauptverantwortlichen damals', sagte Sert. Das alles sei nun zerstört. 'Es hat aber natürlich auch seine gute Seite', führte der Kreisvorsitzende weiter aus: 'Solches Gedankengut wie das der Fraktion gehört raus aus der Partei.' Der Vorwurf der Fremdenfeindlichkeit war zuletzt immer öfter aus der Partei gegen die Fraktion vorgebracht worden. Sert will nun vor allem wieder mit politischer Arbeit bei den Bürgern punkten, die politischen Ränkespiele sollen nun vorbei sein.
Nach dem Austritt der Fraktion wäre es natürlich denkbar, dass die FDP-assoziierte 'Liberale Fraktion', die Ingeborg Hübscher und Murat Kalmis im vergangenen Sommer auf Anraten des Kreisvorstandes gründeten, zurückkehrt in den Schoß der Partei. Damals mussten die beiden zwar ihre FDP-Mitgliedschaft beenden, aber sie könnten nun wieder eintreten. 'Das ist ganz allein die Sache der beiden', sagte Sert gestern zu diesem Thema. Murat Kalmis von der 'Liberalen Fraktion' wurde gestern von der Nachricht überrascht und wollte sich nicht zu dem Thema äußern, weil er noch keine Zeit gehabt habe, sich darüber Gedanken zu machen.



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