Am Abschlussspieltag stand natürlich der Titelkampf und damit das Fernduell mit Fotofinish zwischen dem Tabellenersten aus Delmenhorst und dem Verfolger SC Neukloster im Blickpunkt. Geringe Chancen rechnete sich auch noch der Lübecker SV aus, für den Fall, dass beide Kontrahenten straucheln sollten.
Während Neukloster mit Königsspringer Hamburg den vermeintlich leichteren Gegner hatte, mussten die Delmenhorster sich mit der nominell recht starken Reserve der Schachfreunde Berlin auseinandersetzen, die den Klassenerhalt noch nicht unter Dach und Fach hatten. Folgerichtig brachten die Berliner ihre bislang stärkste Formation an die Bretter.
So kam am Spitzenplatz der schwedische Großmeister Stellan Brynell zu seinem zweiten Einsatz, den er auch prompt mit einem Sieg abschloss. Er verfügte in einer langwierigen Begegnung gegen Tomasz Warakomski im Endspiel über einen Sieg bringenden Freibauern. Zuvor kam es an den Brettern zwei, drei, fünf und sieben zu friedlichen Punkteteilungen, aber auch zu zwei Siegen für Delmenhorst.
An Brett vier drohte Tobias Jugelt - obwohl mit Weiß spielend - infolge Entwicklungsnachteils die erste Niederlage der Saison. Doch der Berliner Jan Lundin setzte nicht konsequent fort, verlor den Faden und musste am Ende sichtlich enttäuscht aufgeben.
In der Auseinandersetzung Malte Meyer gegen Siegfried Weber am letzten Brett hätte es eigentlich keinen Sieger geben dürfen, dazu war die Partie zu ausgeglichen. Doch wieder half Fortuna den Delmenhorstern: Weber unterlief in der Zeitnotphase ein kapitaler Fehler, den Meyer eiskalt ausnutzte.
Beim Stand von 4:3 für Delmenhorst musste die letzte noch laufende Partie an Brett sechs zwischen Florian Mossakowski und Evgeni Degtiarev über den Mannschaftssieg und damit den Aufstieg entscheiden. Mitfiebern war angesagt, denn lange stand Mossakowski in einer nicht enden wollenden Zitterpartie mit dem Rücken zur Wand. Das Remis und damit zwei Mannschaftspunkte mussten her, denn von den Neuklosteranern wurde mittlerweile aus Hamburg vermeldet, dass sie einen klaren Sieg einfahren würden und damit die Nase vorn hätten.
Äußerst zäh verteidigend brachte Mossakowski den unbedingt benötigten halben Punkt unter dem Jubel der Mannschaft nach Hause.


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