"Wir sehen hier eine klare Notwendigkeit", sagte GSG-Geschäftsführer Stefan Ludwig bei der Vorstellung des Projekts. Natürlich hätten Sanierungen klare Vorteile gegenüber Neubauten - das fange schon beim Umweltschutz an. Doch das Ziel, Barrierefreiheit zu schaffen, sei mit vielen Bauten älteren Jahrgangs kaum zu erreichen. Ein Großteil der GSG-Gebäude habe Hochkeller, erklärte Ludwig. "Da muss man schon mehrere Treppenstufen gehen, nur um zur Eingangstür zu kommen", fügte Jürgen Lampe vom GSG-Aufsichtsrat hinzu. Mit dem Neubau, finden beide, arbeite man genau im Sinne der gesellschaftlichen Entwicklungen.
Fünf Euro pro Quadratmeter
Die Nachfrage nach altersgerechten Wohnungen sei erheblich, sagte Ludwig und zitierte aus einem Berichtsentwurf vom "Arbeitskreis Wohnen im Alter". Von 1500 im Jahr 2009 auf 2000 im Jahr 2015 werde laut diesem die Anzahl der Pflegebedürftigen über 75-Jährigen in Delmenhorst steigen. Auch die Zahl der alten Menschen, die lediglich eine Grundsicherung beziehen, werde sich um zehn Prozent erhöhen. Dementsprechend sollen die Wohnungen gerade für Menschen mit geringem Einkommen leistbar sein. Die Größe und die Kosten für die Wohnungen orientieren sich an Vorgaben, die eine Förderung des Landes erst möglich machen, erklärte Ullrich Runge. Der mit dem Projekt betraute freie Architekt aus Delmenhorst weiß dementsprechend schon genau, wie teuer der Wohnraum wird: "Fünf Euro pro Quadratmeter beträgt die Kaltmiete." Gemäß den Förderrichtlinien gibt es zwei Wohnungsgrößen: 50 Quadratmeter für Alleinstehende, 60 Quadratmeter für Paare. Rund zwei Drittel der auf sechs
Millionen Euro geschätzten Kosten solle das Land Niedersachsen tragen, hinzu komme ein Darlehen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).
Das Vorhaben, sagte Ludwig, stehe "kurz vor der Entscheidungsreife". In der nächsten Aufsichtsratssitzung, am 23. September, werde vermutlich über das Projekt entschieden, eine Zeit der Planung würde folgen, bevor mit den Bauarbeiten begonnen werden könne. Im Idealfall komme im September der Beschluss, im März wäre Baubeginn und im Frühjahr 2013 könne das Gebäude fertiggestellt sein, erklärte Runge. Kurz vor der Aufsichtsratssitzung entscheidet sich ein weiterer Punkt: Es gebe Überlegungen, sagt Ludwig, im Neubau ein Projekt zu starten, das Menschen mit Behinderung erlaubt, einer Helfertätigkeit nachzugehen. Sie würden gemeinsam mit älteren Menschen unter einem Dach wohnen und ihnen leichte Tätigkeiten abnehmen. Diese Idee werde allerdings erst Ende September zusammen mit Vertretern von Stadt und Land näher erörtert.


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