Aber da Kahlen, wie er erklärte, selbst bei der ZEvA war, um „Erläuterungen zu machen“, habe er im Anschluss erfahren, dass die Akkreditierung unter Auflagen erfolgt sei. „Und das war ganz wichtig“, zeigte sich Kahlen erleichtert. Schließlich war schon im Jahr 2005 der erste Anlauf genommen worden, die Hanse-Berufsakademie mit dem Schwerpunkt Logistik in Delmenhorst zu eröffnen. Im Jahr 2008 sowie abermals im Sommer dieses Jahres musste der Start verschoben werden.
Kahlen wertet die ZEvA-Entscheidung als „Riesenschritt“, der dem Bachelor-Studiengang „Logistik und Prozessmanagement“ die „wissenschaftlichen Weihen“ verleihe. Das Studium umfasst sechs Semester, ein Semester besteht aus elf Wochen Studium an der Hanse-Berufsakademie und zwölf Wochen Praxis im Unternehmen. Die Akkreditierung war notwendig, damit die Studenten auch in Delmenhorst studieren können, während sie parallel in einem Betrieb ausgebildet werden.
Zum 1. September dieses Jahres hatten sich zwölf Studenten – alle vom Bremer Logistikunternehmen BLG Logistics/Eurogate – an der Hanse-Berufsakademie eingeschrieben. Aufgrund der bisher fehlenden Akkreditierung mussten sie allerdings an der Berufsakademie Leer anfangen. Dort war Kahlen am Mittwoch, um Details zu regeln. Denn die Kooperation soll Bestand haben: Das Semester müssen die Studierenden in Leer zu Ende bringen und auch im zweiten Semester sollen sie ein sogenanntes Modul in Leer absolvieren.
Zu den Auflagen, die die Hanse-Berufsakademie einhalten muss, sagte Kahlen: „Es geht um Detailbearbeitungen.“ Er nannte Beispiele: Details in der Prüfungsordnung, in der Modularisierung und in der Verzahnung mit der Praxis. „Aber nichts Grundlegendes“, klärte Kahlen auf. Jetzt, da die Akkreditierung erfolgt sei, könne die Akademie verstärkt in die Werbung fürs nächste Semester gehen. Im Nachhinein bewertet Kahlen es als sehr positiv, dass die Kooperation mit Leer geklappt habe. Zum im Sommer verschobenen Start sagte er im Rückblick: „Das war eine Vollbremsung für uns“. Für die Hanse-Berufsakademie übernimmt die Stadt eine Ausfallbürgschaft in Höhe von 300000 Euro, laut Kahlen benötige die Einrichtung eine Anschubfinanzierung in Höhe von 152000 Euro. Der Rat hatte dafür maximal 224000 Euro bewilligt.



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