Viele Schulleiter, die die Position ihres Vorgängers übernehmen, starten mit enthusiastischen Ideen und gut funktionierenden Konzepten, um die bestehenden Schulstrukturen verändern zu wollen. Diese "Form der Überheblichkeit" steht für den neuen Schulleiter des Willms' jedoch außer Frage. Denn durch die entwickelten Konzepte der Vergangenheit sei die Schule bereits sehr gut aufgestellt, findet Nolting. Was in den vergangenen Jahren auf den Weg gebracht wurde, möchte er nun weiter professionalisieren. Wie die Förderung von Schülern mit Migrationshintergrund. Denn den haben am Willms rund 30 Prozent.
Wichtig ist dem Pädagogen (Fächer: Deutsch, Politik und Philosophie) auch die Definition seines Aufgabenbereichs: Ein Schulleiter koordiniere nicht nur, er müsse auch unterrichten. "Ich bin kein Manager", gibt er zu verstehen. "Sonst müsste ich mich fragen, warum ich diesen schönen Beruf ergriffen habe." Neben seiner Tätigkeit am Willms unterrichtet Nolting auch weiterhin einen Politik-Leistungskurs am Herbartgymnasium in Oldenburg, wie er erzählt.
Studiert hat Stefan Nolting in Göttingen, an der Georg-August-Universität. Und zwar Germanistik und Politikwissenschaft. Die Stadt Delmenhorst kennt er noch aus seiner Zeit am Gymnasium Ganderkesee. Dort unterrichtete er auch schon, wohnte damals in Delmenhorst. Heute lebt Nolting mit seiner Frau in Bremen. Zumindest beruflich ist der 44-Jährige aber jetzt zurück in Delmenhorst. "Ein sympathisches Konzept", das ihn unter anderem gereizt hatte, die Schulleitung am Willms zu übernehmen, sei die Tatsache gewesen, das das Gymnasium eine der ersten Ganztagsschulen in Niedersachsen war, sagt Nolting.
Für die Zukunft wünscht Nolting sich vor allem einen "produktiven und konstruktiven Diskurs mit den Kollegen". Von ihnen sei er bereits herzlich in Empfang genommen worden.


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