Die Orgel, ein großer Kasten und ein kleiner Kasten und die Pfeifen sind nicht nur die, die der Orgelprospekt, also das, was man sieht, zeigt, sondern alles ist komplett voll mit ihnen. Diese Pfeifen werden angeblasen mittels Luft, den ein großer Blasebalg (früher) oder ein Elektromotor (heute) erzeugen. Die Orgel ist also ein Blasinstrument. Weil das Öffnen der Luftzufuhr für jede Pfeife aber über einen durch von einer Tastatur betätigte Mechanik (die Orgeltraktur) geschieht, ist die Orgel auch ein Tasteninstrument. Schon in diesem technischen Teil strahlte Gerd Hofstadt im spontanen Schwung seiner Erläuterungen seine Verliebtheit in sein Instrument aus.
Vom "Spielen mit den Ventilen mittels der Tasten" ging es dann auch zum Klang, zur Musik, auch zur Geschichte der Orgel, des Orgelspiels, der Orgelmusik. Man erfuhr den Klang der Prinzipalregister, die den typischen Orgelklang bestimmen, den Orgelklang, der auch den Gemeindegesang begleitet, hörte bewusst etwa eine Flöte, ein Detailregister. Gerd Hofstadt ließ an einer "Ciacona" Johann Pachelbels und an Bachs G-Dur "Phantasie" hören, dass die neue "alte Spielart" der Musik viel mehr Transparenz gibt, sie viel beredter klingen lässt. Und er ließ sehen, dass sich manches Schuhwerk nur bedingt fürs Pedalspiel eignet.
Dass der Organist ein Klangkünstler sein muss, wurde eindringlich erlebbar, auch dass dessen Ehefrau schon mal als Klangkontrolleurin unten im Kirchenraum fungiert, erfuhr man. Und man hörte abschließend die "Melodie" von Alexandre Guilmant, eine klang- und melodieverliebte Musik der französischen Spätromantik.


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