Delmenhorst. Die Mautpflicht betrifft ab dem Spätsommer somit neben den Bundesautobahnen erstmals rund 1000 Kilometer Bundesstraßen. Darauf haben sich das Ministerium und Mautsystem-Hersteller Toll Collect geeinigt. "Wir stärken damit den ,Finanzierungskreislauf Straße'", erklärte Minister Ramsauer. Die etwa neun Kilometer lange Bundesstraße 75 zwischen Delmenhorst und Bremen-Neustadt, von der knapp drei Kilometer auf niedersächsischem Gebiet verlaufen, wird demnächst mit satellitengestütztem System ausgestattet. Wie eine Sprecherin des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft und Verkehr gegenüber unserer Zeitung sagte, werde die Benutzung 15 Cent pro Kilometer kosten. Die B 75 ist einer von zehn Streckenabschnitten, die in Niedersachsen ab 1. August mautpflichtig werden. Betroffen sind autobahnähnlich ausgebaute, vierspurige Straßen, die an Autobahnen angebunden sind.
Das heißt, dass auf diverse Großunternehmen und Spediteure mehr Kosten zukommen werden, sofern sie über die B75 Richtung Bremen und zurück fahren. Für das in Delmenhorst ansässige Unternehmen CSM sagte Sprecherin Heidi Kahlstorf, dass ihre Firma "durch eine offene Kalkulation mit den Spediteuren an den Mautkosten beteiligt sei". Zunächst würden aber keine "signifikanten Kostensteigerungen" erwartet. Im Rahmen sieht die höheren Mautkosten auch Nicolai Leese, Logistikleiter bei Klingele. Da das Delmenhorster Wellpappenwerk keine eigenen Lastwagen besitzt, wird es dem Subunternehmen die höheren Kosten bezahlen müssen. "Unsere Routen werden wir deshalb nicht ändern", sagte Leese, denn bereits jetzt führten die meisten Touren über mautpflichtige Straßen. Mehr Kosten kommen ab August auch auf das Delmenhorster Linoleumwerk Armstrong zu, obwohl laut einer Sprecherin die Mehrausgaben nicht weiter ins Gewicht fallen. "Wir befahren rund 13000 Kilometer mautpflichtige
Autobahnen im Jahr, jetzt kommen etwa 1000 Kilometer dazu", erklärte das Unternehmen. Es sei nicht geplant, die Bundesstraßenzu umfahren. Die Mehrausgaben "schmerzen nicht". Und Armstrong kann der Mauteinführung auf Bundesstraßen sogar etwas Gutes abgewinnen: "Vielleicht hat das einen positiven Effekt auf den Straßenausbau." Fein raus ist das Möbelhaus Zurbrüggen, dass zwar zwei Mal pro Woche mit einem Schwerlaster aus Unna beliefert wird, aber ansonsten nur leichtere Lastwagen im Fuhrpark hat. Wie der Delmenhorster Geschäftsleiter Volker von Genski sagte, liegen die Zurbrüggen-Brummis in Delmenhorst mit 7,5 Tonnen unter dem mautpflichtigen Gewicht. Keine Auswirkungen hat die Aktion des Verkehrsministeriums auf Könecke. Sprecher Michael Gleich führte aus: "Unsere Wagen fahren ohnehin direkt auf die A1 und A28."


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