Delmenhorst. Bäume auf der einen, Parkplätze auf der anderen Seite: Die Suche nach Ausweitungsmöglichkeiten für die Skateranlage, warnt Fachbereichsleiter Fritz Brünjes vor zu großer Freude, könnte sich schwierig gestalten. Deshalb hatte die Verwaltung auch zwei Abstimmungsmöglichkeiten für den Umweltausschuss parat. Die erste sieht vor, dass ein Ingenieurbüro rausfindet, wie die Skateranlage an seinem bisherigen Standort bleiben kann und auch seine ursprüngliche Größe wiedergewinnt. Der zweite will die Vertagung der Entscheidung - bis klar ist, ob ein Hotel in dem Bereich gebaut wird. Überraschend einstimmig votierten die Ausschussmitglieder für Vorschlag eins. "Der Hotelbau, das kann sich noch jahrelang hinziehen", betonte vor der Abstimmung Susanne Mittag (SPD) mit der Aufforderung an alle Mitglieder, die Skateranlage nicht zur unendlichen Geschichte werden zu lassen.
"Ich kann mir einfach schlecht vorstellen, dass man die Anlage da überhaupt erweitern kann", erklärt Heinrich-Karl Albers (CDU) die Unterstützung für den SPD-Antrag. Bislang hatten sich die Christdemokraten für eine Verlegung der Skaterfläche ausgesprochen. Mit der jetzt beschlossenen Prüfung, glaubt Albers, werde seine Meinung wohl nur von einem unabhängigen Büro gestützt und man könne sich endlich um eine Alternative kümmern. Sollten die Ingenieure doch zu dem Schluss kommen, dass es die Möglichkeit für eine Ausweitung der Anlage gibt, könne er auch damit gut leben, versichert Albers. Wenn er Recht behalte, "können wir mit den Skatern eine gemeinsame Lösung finden", ist sich Albers sicher.
Dass ihrem Antrag nun schließlich doch zugestimmt wurde, wundert Andrea Meyer-Garbe (SPD). Immerhin hat sie ihn schon Anfang Oktober gestellt, nach einigen Diskussionen steht nun der ganze Ausschuss hinter dem Vorhaben - was sie natürlich nicht nur wundert, sondern vor allem freut. "Man kann die Jugendlichen nicht an den Stadtrand drängen", stellt Meyer-Garbe klar und pocht darauf, den jungen Leuten ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft zu lassen. "Sie gehören zum Stadtbild wie alle anderen Delmenhorster auch." Außerdem seien die Graftwiesen für alle Jugendlichen leicht erreichbar - wenn nicht zu Fuß, dann mit Fahrrad oder per Bus. Es gebe ohnehin nur wenig Betätigungsmöglichkeiten für Jugendliche, findet Meyer-Garbe.
Inwieweit die 300000 Euro, die bereits zum Verlegen der Skateranlage eingeplant waren, auch für einen Ausbau genutzt werden können, wisse sie nicht. "Ich hoffe natürlich, dass das geht", führte Meyer-Garbe aus. Auch Brünjes weiß hierzu momentan noch nichts zu berichten, es müsse zunächst "die Haushaltsveranschlagung überprüft werden".
Tarsuslu: Nicht im Sommer bauen
Mit einer großen Bitte wandte sich Tunahan Tarsuslu, Vorstandssprecher des Kinder- und Jugendparlaments, in der Bürgersprechstunde zu Beginn der Sitzung an den Ausschuss. Er bat die Mitglieder, dafür Sorge zu tragen, dass - wie auch immer entschieden wird - nicht gerade im Sommer an der Skateranlage gebaut wird. Denn natürlich ist das die Hauptnutzungszeit für die Jugendlichen.
Ob die Saunagäste der Grafttherme von einer näher rückenden Skateranlage beeinträchtigt werden könnten, konnte Britta Fengler, Pressesprecherin der SWD-Gruppe, gestern nicht einschätzen. "Da wir die Pläne nicht kennen, können wir dazu keine Stellung beziehen", hält sie sich auf Nachfrage kurz.


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