An dem bundesweit einmaligen Pilotprojekt, das sich über sechs Monate erstreckt, nehmen insgesamt zehn Fachkräfte aus der Region sowie deren Chefs teil. 'Jeder Teilnehmer bekommt einen Tutor an die Seite gestellt', so Isselhard, der selbst einer der Tutoren ist. Die Fortbildung läuft berufsbegleitend und sieht vor, dass die Handwerker auch nach Feierabend zu Hause am Computer weiterarbeiten. Zudem gibt es vier Wochenendblöcke im Ökozentrum.
Isselhard: 'In den Seminaren lernen die Teilnehmer den Umgang mit der neuen Hard- und Software, die sie täglich in der Praxis einsetzen werden.' Zudem gehe es um bauphysikalische sowie rechtliche Grundlagen.
Multimediale Kommunikation
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt nennt sich 'Vila-b', eine Abkürzung für 'Virtuelles Lernen auf der Baustelle'. Dabei ermöglichten mobile Computer direkt auf der Baustelle den Zugriff auf wichtige Informationen über Techniken, Verfahren oder Baustoffe. 'Sie ermöglichen außerdem die multimediale Kommunikation mit dem Chef oder Kollegen auf anderen Baustellen', erläutert Isselhard.
So könne ein Foto mit Markierungen oder ein kurzes Video von einem Problemfall schneller zur Klärung beitragen als umständliche Beschreibungen der Sachlage. Gerade die Dokumentation mit mobilen Computern werde zukünftig angesichts neuer EU-Vorschriften zum Standard auf der Baustelle gehören. 'Schließlich muss für jeden Hausbesitzer nachvollziehbar sein, welche Werkstoffe beziehungsweise Inhaltsstoffe verarbeitet wurden', so Isselhard.
Der Architekt sieht einen wachsenden Bedarf an Fachkräften im Bereich Altbausanierung: 'Im Zuge der weltweiten Klimaproblematik und der Notwendigkeit, die CO2-Emissionen zu reduzieren, wird die Modernisierung von Altbauten immer wichtiger.' In diesem Zusammenhang vollziehe sich im Baugewerbe und darüber hinaus ein Richtungswandel hin zur Energieeinsparung, Gesundheitsvorsorge und Nachhaltigkeit.
Neue Baustoffe, Technologien und Verarbeitungsweisen würden entwickelt und eingesetzt. Da die Modernisierung von Gebäuden mit Holz, Holzwerkstoffen und nachwachsenden Rohstoffen für die Betriebe ein immenses Potenzial darstelle, sei die Qualifizierung der Facharbeiter elementar.
Für den Herbst sei ein zweiter Probelauf des Projekts 'Vila-b' geplant. Ab 2011 solle die zertifizierte Weiterbildungsmaßnahme, die sich an bereits ausgebildete Handwerker aus Handwerksbetrieben im Baugewerbe, wie Trockenbauer, Tischler, Zimmerer und Dachdecker richtet, von einem im Aufbau befindlichen Kompetenzzentrum in Verden bundesweit angeboten werden.
'Es geht einfach darum, die Bauberufe attraktiver zu machen', so Isselhard. Zu den Partnern gehörten unter anderem das Institut Technik und Bildung (ITB) und das Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (beide Universität Bremen) sowie der Arbeitskreis Ökologischer Holzbau aus Herford.



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