Dafür hatten sie alle kleine Spaten in der Hand, die mit bunten Bändern geschmückt waren. Diese bunten Bänder durften die Waldorfschüler anschließend in die Bäume und Büsche der Umgebung binden - als Glücksbringer. 2006 hat die Waldorfschule in Bruchhausen-Vilsen in der ehemaligen Heimatstube ihren Schulbetrieb aufgenommen, mittlerweile gibt es vier Klassen mit 64 Schülern und sieben Lehrern. Schon zu Beginn war klar, dass mit dem neuen fünften Jahrgang ein Neubau her muss, denn schon jetzt werden die Klassen zum Teil in Containern unterrichtet. Mit dem Grundstück am Schwalbenweg hat die Waldorfschule einen passenden Standort gefunden. Das Grundstück hatte der Flecken erworben und der Samtgemeinde zur Verfügung gestellt. Diese wiederum stellte es der Waldorfschule zur Verfügung. Die Samtgemeinde ist daher auch Mitglied in der im vergangenen Jahr im September gegründeten Baugenossenschaft.
Vier Bauabschnitte
Der Neubau der Waldorfschule soll in vier Abschnitten realisiert werden. Die ersten drei Bauabschnitte sind hauptsächlich Klassenräume, der vierte Bauabschnitt wäre eine Aula. Zunächst jedoch geht es um den ersten Bauabschnitt mit acht Klassenzimmern, Verwaltung, Lagerräumen, Sanitäranlagen. Den Entwurf hat das Architekturbüro Reissbrett aus Bruchhausen-Vilsen entwickelt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 1,35 Millionen Euro, an Eigenkapital sollen 145000 Euro fließen, dazu gehören die Grundstücksbewertung, Kommunale Programme wie die Dorferneuerung und Genossenschaftsanteile. Der Rest der voraussichtlichen Bausumme von 1,205 Millionen Euro müssen über ein Bankdarlehen finanziert werden. Als Bauherr tritt die Baugenossenschaft auf, die während des Spatenstiches von Vorstandsmitglied Torsten Ott vertreten wurde. Die Mitgliedschaft in der Baugenossenschaft ist freiwillig, ein Genossenanteil beträgt 100 Euro.
Noch herrscht vor dem Grundstück der Waldorfschule Matsch vor, doch hier soll in Kürze mit dem Bau eines Parkplatzes als Erweiterung des Schulzentrums begonnen werden. Über diesen Parkplatz wird auch die Zufahrt zur Waldorfschule erfolgen. Aufgrund des langen Winters hat sich der Baubeginn für die neue Schule um drei Monate verzögert, entsprechend später muss mit der Fertigstellung gerechnet werden, die eigentlich für den 15. Juli geplant war.
'Das wird leider nichts', erklärte Walter Reuter vom Aufsichtsrat der Baugenossenschaft. 'Wir haben aber schon mit dem Schulamt gesprochen, und es ist kein Problem, zunächst am alten Standort weiterzumachen, bis die Schule hier dann fertig ist.'
Und Erdmute Kingreen, für die Öffentlichkeitsarbeit der Waldorfschule zuständig, warb gleich für neue Schüler: 'Diese neue Schule mit der fünften Klasse ist auch für die jetzigen Viertklässler der anderen Schulen interessant, die am Schulsystem verzweifeln.'



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