Hans-Albert Walter, 1925 in Kolberg geboren, wirkte seit 1962 als freischaffender Künstler in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf. 1983 siedelte er vom Rhein an die Hunte über, genauer gesagt in die Kreisstadt Diepholz. 'Sein Atelier in Düsseldorf hat er jedoch immer behalten', berichtet Nicole Giese, wissenschaftliche Volontärin im Syker Vorwerk. Hans-Albert Walter - einer der sich nach Ansicht der Kunsthistorikerin nur schwer in künstlerische Epochen einordnen lasse. Expressiv gemalt habe er jedenfalls nicht. Dass er seine ansonsten so stringenten Kompositionen mit oftmals schwarz-blauem Hintergrund gerne mit Zahlen aufgelockert hat, ist beim Rundgang durch die Ausstellung nicht zu übersehen. Klar, dass im Syker Vorwerk am Amtmannsteich nicht die kompletten 60 Bilder der Sammlung gezeigt werden können. Aber für einen Einblick in das Frühwerk des Künstlers, überwiegend Werke aus den 60er Jahren, reicht der Platz. 'Eine große Schau ist in Planung',versichert
Nicole Giese, dass es sich bei der Auswahl von rund einem Dutzend Bildern keineswegs um eine 'Abwertung' seines künstlerischen Gesamtwerks handeln soll. Bereits in andere Ausstellungen wie die Schau 'Zahlen, bitte' seien die Arbeiten Walters eingebunden worden.
In Düsseldorf pflegte der Künstler, der 1995 mit dem Kulturpreis des Landkreises Diepholz für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, enge Beziehungen zur Gruppe Zero. Zero wurde von den Düsseldorfer Künstlern Heinz Mack und Otto Piene ins Leben gerufen. Der Siebdruck 'Kosmisches Lichtsystem', 1964 von Hans-Albert Walter gemalt, lässt laut Nicole Giese die künstlerische Nähe zu dieser Gruppe erahnen. Walters Bild 'Televisionäre Landschaft' aus dem Jahr 1973 erinnert schon ein wenig an die Wählscheibe eines nostalgischen Telefons inmitten einer abstrahierten Wellenlandschaft. Auch dort wieder der Bezug zu den Zahlen. Ob Walter bei der Komposition seiner Bilder auch einen Gedanken an die symbolische, numerologische Bedeutung der Ziffern verschwendet oder diese wahllos mit Acryl auf Leinwand angeordnet hat, ist nicht überliefert. Für Nicole Giese jedenfalls schien er seiner Zeit manchmal etwas voraus. Bester Beweis: Das 1972 entstandene Bild 'Schwarze Wolke - Komputerlandschaft'. Ja,
wirklich mit K statt mit C geschrieben.
An den beiden kommenden Wochenenden gewährt das Syker Vorwerk, Am Amtmannsteich 3, an zeitgenössischer Kunst interessierten Gästen jeweils sonnabends von 14 bis 18 Uhr und sonntags von 11 bis 18 Uhr einen Einblick in die Sammlung.
Übrigens: Die nächste Schau im Syker Vorwerk trägt den so klangvollen Namen 'Von Narrenschiffern und anderen Utopisten' und wird am Sonntag, 15. August, eröffnet.


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