Bruchhausen-Vilsen. Mit der Einführung der Oberschule als Ersatz für die Haupt- und Realschulen in Niedersachsen hat Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) für viel Wirbel gesorgt. Landauf landab wird die Oberschule kontrovers diskutiert. Bevor auch in Bruchhausen-Vilsen die Emotionen hochschlagen - so dachte jedenfalls Schulausschussvorsitzender Wolfgang Griese - wollte er die Politiker, Eltern und Schüler im Schulausschuss der Samtgemeinde über den derzeitigen Sachstand informieren. Er betonte aber ausdrücklich: "Oberschule ja oder nein - für uns ist das momentan noch kein Thema." Viele Dinge seien noch unausgegoren.
Den derzeitigen Stand fasste Griese kurz zusammen, angefangen vom derzeitigen Schulsystem mit Hauptschule, Realschule, Gymnasium und Gesamtschulen. Der Grund für die Einführung der Oberschule sei der demografische Wandel mit sinkenden Schülerzahlen und der freie Elternwille. "Es gibt im Landkreis Hauptschulen mit nur neun Schülern in der fünften Klasse." Handlungsbedarf sei generell also vorhanden. Eine Zusammenlegung von Haupt- und Realschulen zur neuen Oberschule, so sieht die Lösung der Landesregierung aus. Diese Oberschule, so Griese, gebe es mit gymnasialem Angebot, dann aber mindestens dreizügig, oder ohne, dann muss die Schule mindestens zweizügig sein. "Aller Wahrscheinlichkeit nach wird es im Landkreis zu einer Veränderung der Schullandschaft kommen", so Griese. Es werde Oberschulen mit gymnasialem Angebot geben. "Mehrere Standorte kommen dafür infrage." Konkreter wurde Griese hier aber nicht. "Wie es an Standorten ist, an denen ein Gymnasium existiert, weiß man
erst nach der Entscheidung des Schulträgers." Das wäre in Bruchhausen-Vilsen die Samtgemeinde.
Viele offene Fragen gibt es noch. "Wann wechselt ein Schüler aus der Oberschule, wenn er Abitur machen will?", stellte Griese als Frage in den Raum. "Er kann nach der neunten Klasse zum Gymnasium wechseln, nach der zehnten Klasse auch, dann muss er aber die zehnte Klasse im Gymnasium wiederholen, oder er geht nach der zehnten Klasse auf ein berufliches Gymnasium." Die Oberschule soll auch eine teilgebundene Ganztagsschule werden, mit zwei freiwilligen und zwei verpflichtenden Ganztagen. "Was bedeutet, dass wir unsere Mensa auf keinen Fall zu groß geplant haben." Zusätzlich soll die Oberschule auch sozialpädagogisches Fachpersonal erhalten. Letztendlich, so Griese, würden die Schülerzahlen über die Einrichtung einer Oberschule entscheiden.
Und er erklärte auch: "Letztendlich ist die Oberschule im Prinzip das Modell der ehemaligen Orientierungsstufe." Die Politik wird sich auch in Bruchhausen-Vilsen mit dem Thema "Oberschule" auseinander setzen müssen, auch wenn derzeit noch kein Handlungsbedarf besteht, dem pflichteten die Ausschussmitglieder zu. Ulf Schmidt (Die Grünen) erklärte, man müsse auch die "gesamtwirtschaftlichen Gründe" berücksichtigen. Reinhard Thöle (SPD) bemerkte zum Ganztagsschulbetrieb: "Wenn wir die Kinder erreichen wollen, um die es uns geht, dann müssen wir die verpflichtende Ganztagsschule an vier Tagen einführen." Der "Schritt ist der Richtige" meinte Michael Albers (SPD) zum Thema Oberschule.
Zu Beginn der Sitzung konnte Samtgemeindebürgermeister Horst Wiesch noch fünf neue Mitglieder im Ausschuss verpflichten. Es sind dies die Elternvertreter Sven Runge, Susanne Wicke, Bernd Brümmer und Claudia Liekefeld-Ferreira sowie als Schülervertreterin Ina zum Hingst.
Von der vorhergehenden Besichtigung der Grundschule Asendorf, der neuen Werkräume am Schulzentrum, der Sporthalle am Schulzentrum und den Toilettenanlagen berichtete Wolfgang Griese fast nur Positives. Die Werkräume sowohl in Asendorf wie am Schulzentrum seien sehr gut angenommen worden und Schüler und Lehrer zufrieden mit der Sanierung. In Asendorf gebe es jetzt noch ein Problem mit der Akustik in der Pausenhalle, hier soll ein Konzept erarbeitet werden. Auch für die Sanierung der Sporthalle, die mit undichtem Dach und Fenstern Probleme hat, wird sich die Politik befassen und hat dafür ein Konzept in Auftrag gegeben. Und zu den stinkenden Toilettenanlagen meinte Griese nur: "Hier herrscht wohl Handlungsbedarf."


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