Getragen von der „Wahnsinnsstimme“ (O-Ton eines Gastes) der Sängerin Deborah Auletta, die bei einigen Stücken an Janis Joplin erinnerte, spielte die Band den Blues so intensiv, bis er jedem in Mark und Bein gefahren war und die Zuhörer nicht mehr anders konnten als mitzutanzen, mitzusingen, zu klatschen oder bei einem besonders gelungenen Solo laut „Yeah“ zu rufen. „Yeahs“ gab es viele, da alle Bandmitglieder ihre Instrumente virtuos beherrschten: Da lieferte sich die Gitarre von Frank Giambelluco ein spannendes Duell mit der Blues-Mundharmonika von „The Divine Miss G“, während das Schlagzeug von Qinten Denijs beim Stück „House Rockin“ die Gäste zum ausgelassenen Rocken vor die Bühne trieb.
Fast 70 Eigenkompositionen
„Cannot Hide“, „Tryin“, „Nowhere To Run“ – die Band schreibt und komponiert fast alle Stücke selbst und hat mehr als 70 Lieder im Repertoire. Gestern noch auf den Jazztagen in Gelsenkirchen, bewies die Band auch in Syke ein Händchen fürs Publikum und zeigte mit den Arrangements der Cover-Versionen bekannter Lieder wie „Stir It Up“ eine beeindruckende Professionalität, die immer wieder mit Bravorufen bedacht und nach der Pause mit eben dieser unvergleichlichen Leidenschaft fortgesetzt wurde. „Stormy Monday“ und „I’m A Woman“ oder „Dark Angel“ machten ein dankbares Publikum zu echten „Shri-Fans“.
Wolfgang Köhler, Fan und Begleiter der Gruppe, hatte im Anschluss an das Konzert alle Hände voll zu tun, da viele Gäste eine der mittlerweile dreizehn aufgenommenen CDs kaufen wollten. Bereits zum 14. Mal bereisen die Musiker von Shri Blues von den USA aus den europäischen Kontinent. Sie absolvieren vom 12. August bis zum 12. September ein stattliches Konzertpensum. „Früher haben die Bandmitglieder manchmal Tage lang nicht geschlafen“, berichtete Band-Managerin Sarah Frehse. Vielleicht ist es genau diese Leidenschaft, die den Funken von der ersten Minute auch auf ein Syker Publikum überspringen ließ, das auch nach dem zweiten Set immer noch mehr wollte und um Zugaben bat. „Satisfaction“ von den Stones brachte die Stimmung einmal mehr zum Kochen.
Wunderschöner Konzertabschluss
Den Abschluss des mitreißenden Konzerts bildete das wunderschöne „Summertime“ mit der Textzeile „And The Living Is Easy“ – Worte, die am besten beschreiben, was die Band an diesem Abend vermittelte: ein unbändiges Lebensgefühl. „It Was Great“, bedankte sich eine Zuhörerin bei Sängerin Deborah Auletta, die das Kompliment ans Publikum zurückgab.
Ein positives Fazit zog auch Gerd Harthus, Organisator der Veranstaltungsreihe Jazz Folk Bike, und stellte fest, dass das Programm gut angenommen wurde: „Wir sind auf dem richtigen Weg und können hier ganz entspannt beim Konzert von Shosholoza in Schnepke sitzen, bevor wir weiterfahren zur Wolfsschlucht zu Fanfara Kalashnikov“, sagte er und war froh, dass auch das Wetter mitspielte.



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