Die Ex-Pächterin der Farm, Kerstin Wessels, die die Zustände in dem Betrieb mit versteckter Kamera dokumentiert und die Bilder Peta zur Verfügung gestellt hatte, widersprach gestern der Darstellung Wiesenhofs, sie habe die Missstände nicht dem Unternehmen gemeldet.
Vielmehr habe sie den Produktionsleiter fast wöchentlich darauf angesprochen. Dieser sei jedoch ebenfalls an der illegalen Praxis, aussortierten Tieren ohne Betäubung das Genick zu brechen, beteiligt gewesen. Dass nun zwei Mitgliedern des Impftrupps, die in dem Twistringer Betrieb besonders brutal mit den Tieren umgegangen waren, fristlos gekündigt wurde, hält sie nicht für ausreichend. 'Das waren bestimmt zehn bis 15 Leute - die haben sich alle nichts genommen.'
Wie soll das Ministerium auf die Zustände in Twistringen reagieren?
Wiesenhof-Sprecher Frank Schroedter kündigte an, dass weitere Konsequenzen für den Impftrupp geprüft würden. Dazu benötige man jedoch das gesamte Bildmaterial. Ex-Pächterin Kerstin Wessels gab derweil der Befürchtung, dass Tierquälereien in der Branche gängig seien, neue Nahrung: 'Wir hatten Kontakt zu anderen Pächtern. Die fanden die Vorgänge bei uns normal.' Sie selbst habe als Pächterin kaum Einfluss gehabt, so Wessels. Zudem beklagte sie die mangelnde Ausbildung bei Wiesenhof. 'Unser Wunsch ist es, dass die Pächter ausgebildete Tierwirte sind', sagte dazu Sprecher Frank Schroedter. 'Aber da ist die Nachfrage in der Branche größer als das Angebot.' Kerstin Wessels ist gelernte Friseurin, ihr Vater hatte jedoch früher eine Hühnerfarm.
Die Staatsanwaltschaft prüft, ob strafrechtlich relevante Sachverhalte vorliegen.



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