Hieß es in der ursprünglichen Verwaltungsvorlage noch, die Gemeinde befürworte grundsätzlich die Einrichtung einer IGS, so bewerteten Oscar von Ewald und seine Fraktion die Formulierung als zu ungenau: 'Hier dreht es sich darum, dass wir klar sagen müssen, was wir wollen. Und es ist ein Unterschied, ob ich sage ,ich befürworte grundsätzlich die Einrichtung? oder ?ich will das haben?.' Die Grünen stellten deshalb einen geänderten Antrag. Darin sollte sich der Rat konkret dafür entscheiden, die Einrichtung einer IGS zu beantragen, und Bookholzberg als Standort vorgeschlagen werden. Von Ewald erklärte: 'Damit stellen wir uns auf die Seite der Eltern. Die Eltern wollen das, und wir dürfen sie nicht wieder enttäuschen.'
Warten auf Wardenburg?
Aber nicht alle Ratsmitglieder waren von der Einrichtung einer IGS überzeugt. Marion Daniel (FDP) warnte: 'Wir alle haben ein berechtigtes Interesse daran, dass unsere Schülerinnen und Schüler bestmöglich beschult werden. Wir wissen aber auch, dass die Schülerzahlen in den nächsten Jahren zurückgehen werden.' Weiter betonte Daniel, dass die neue IGS aufgrund der sinkenden Schülerzahlen das Aus für bestehende Schulen bedeuten könnte. Die FDP beantragte daher zumindest abzuwarten, wie sich die Schülerzahlen der IGS in Wardenburg entwickeln, und diese dann auszuwerten.
Otto Sackmann von den Freien Wählern wollte die Sache nicht auf die lange Bank schieben: 'Wenn wir so lange warten, bis wir die Erfahrungen von Wardenburg nutzen können, dann müssten wir einen ganzen Durchgang abwarten - von der fünften bis zur zehnten Klasse.'
Dietmar Mietrach von der CDU forderte: 'Wir sollten aufhören, immer diese ewigen Horror-Szenarien an die Wand zu malen.' Werner Brakmann (SPD) wies außerdem darauf hin: 'Wir haben keine Angst, dass das Gymnasium Ganderkesee gefährdet ist. Dieselbe Angst gab es bei der Einrichtung der IGS in Delmenhorst, und auch die blieb unbegründet.' In Wardenburg sei die Anfrage von Schülern und Eltern derzeit so groß, dass gar nicht alle Anmeldungen berücksichtigt werden könnten, so Brakmann. Nach einer kurzen Unterbrechung, um die die SPD-Fraktion als Beratungszeit gebeten hatte, votierte der Rat für die Beantragung einer IGS in der präzisierten Version der Grünen.
Ergebnis nach 22-jähriger Debatte
Ebenfalls hitzig diskutiert wurde noch einmal über die Sanierung der Sportanlagen an der Huder Straße und den Umzug des Bookholzberger Turnerbundes (BTB) dorthin. Eigentlich war man im Rat mit dem Ergebnis sehr zufrieden und begrüßte die Entscheidung, dass insgesamt 580000 Euro teure Projekt endlich auf den Weg zu bringen. Andreas Kowitz (SPD): 'Es heißt immer so schön: Was lange währt, wird endlich gut. Und ich denke, dass dies ein schönes Beispiel dafür ist.' Auch wenn es sich bei dem Beschluss um einen Kompromiss handele, so könnten doch sowohl Gemeinde als auch BTB mit dem Ergebnis zufrieden sein.
Otto Sackmann sah das jedoch anders: 'Ich denke, dass man dem BTB nichts Gutes tut, denn die Kosten, die der BTB tragen muss, werden mit einer Beitragserhöhung einhergehen.' Außerdem beklagte er, dass es 22 Jahre gedauert habe, bis man eine Lösung für den BTB gefunden habe, und das Ergebnis für den Verein nicht so sei, wie man es gewünscht hätte. Marion Daniel (FDP) erklärte: 'Jeder, der schon einmal gebaut hat, weiß, dass man zu allererst immer mit dem Optimum anfängt zu planen. Das relativiert sich aber mit der Zeit, weil man sehen muss, wie man es finanzieren kann.'
Bürgermeisterin Alice Gerken-Klaas wies darauf hin, dass Vorstand und Mitglieder des BTB sich mit großer Mehrheit für die Lösung an der Huder Straße ausgesprochen hätten: 'Ich bin froh, dass es uns in der heutigen Zeit überhaupt gelingt, ein Projekt von 580000 Euro auf den Weg zu bringen. Das ist eine freiwillige Leistung.' Natürlich wäre die Lösung am Ammerweg auch schön gewesen, aber aus Kostengründen sei diese nicht realisierbar. Mit nur zwei Gegenstimmen verabschiedete der Rat am Ende mit großer Mehrheit das Projekt für den Bookholzberger Turnerbund. 'Wir wünschen dem BTB alles Gute, und packen Sie?s an', sagte Ratsvorsitzender Hans-Heinrich Hubmann abschließend.
Einstimmig fiel hingegen die Entscheidung über den Erwerb der Liegenschaft der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) an der Urneburger Straße aus. Aufgrund der Entscheidung des Landkreises Oldenburg, die FTZ in Ganderkesee neu zu bauen, stimmten die Mitglieder des Rates geschlossen dafür, das Gelände des Landkreises zu kaufen. Über den Kaufpreis wurde anschließend im nicht-öffentlichen Teil der Sitzung beraten.


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