Betrieben wird der Bürgerbus vom Bürgerbusverein Ganderkesee. Hanna Otter-Sandstedt, erste Vorsitzende des Vereins, kann sich noch gut daran erinnern, dass viel Planungszeit ins Land ging, bevor es zur Jungfernfahrt kam. 'Anfangs kam ein Bekannter von mir auf mich zu und machte den Vorschlag, ob wir nicht mit einem privaten Kleinbus die Menschen durch die Gemeinde fahren könnten. Das ging aus rechtlichen Gründen leider nicht', sagt Otter-Sandstedt. Also musste eine andere Lösung her.
Tipps aus Hude eingeholt
Da es in Hude bereits einen Bürgerbusverein gab, machte sie sich dort schlau, wie ein Bürgerbus betrieben werden kann. Otter-Sandstedt holte sich anschließend Rolf Kuhlmann mit ins Boot und im Juni 2004 in Ganderkesee wurde der Bürgerbusverein gegründet. 'Wir konnten nun endlich offiziell auftreten und die Bedienung der beiden Linien vorbereiten', erzählt Otter-Sandstedt. Noch im gleichen Jahr wurde das Projekt auch finanziell abgesichert. Unter anderem durch Fördermittel der Landesnahverkehrsgesellschaft. 'Viel wichtiger waren aber die Gelder der Sponsoren', meint die Vorsitzende des Bürgerbusvereins. Zu den Unterstützern des Vereins gehört neuerdings auch der WESER-KURIER. Dazu wurde gestern eines der beiden Fahrzeuge mit einem Werbebanner unserer Zeitung beklebt. 'Darüber haben wir uns sehr gefreut', sagt Otter-Sandstedt.
Als im September 2005 der gesetzlich notwendige Vertrag abgeschlossen wurde - der Verein hat als Vertragspartner das Unternehmen Weser-Ems-Bus gefunden - ging es einen Monat später endlich los und die unerwartete Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf.
'Allerdings mussten wir mit einem Leihbus starten. Im März 2006 bekamen wir aber unseren ersten eigenen Bus', erinnert sich Hanna Otter-Sandstedt. Der Busbetrieb war auf Anhieb bei der Bevölkerung beliebt. 'Teilweise mussten wir zwei Busse einsetzen, weil wir nicht alle Kunden mitnehmen konnten', sagt die erste Vorsitzende. Das Platzangebot in den Fahrzeugen ist nämlich sehr beschränkt - lediglich acht Menschen finden in den Niederflurbussen einen Platz.
Im Jahr 2006 durften die Fahrer - heute steuern 39 Ehrenamtliche die Busse durch die Gemeinde - 14274 Gäste begrüßen. Die Entwicklung verlief in den Folgejahren so rasant, wie es Otter-Sandstedt niemals gedacht hätte. 2009 hatte der Bürgerbus bereits fast doppelt so viele Fahrgäste - 23500. Diese Steigerung ist auch dadurch zu erklären, dass seit Dezember 2008 mit der Linie 220 noch eine dritte Strecke bedient wird. Außerdem wurde im Juli 2010 ein weiterer Bus angeschafft und das alte Fahrzeug, das seit Beginn des Betriebs benutzt wurde, ausrangiert.
'Pro Monat haben wir mittlerweile fast 2000 Kunden. Aber es hätte auch ganz anders kommen können', meint Otter-Sandstedt. Ohnehin sei der Betrieb ohne die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht zu stemmen. 'Dass es so gut läuft, liegt einfach daran, dass alle so fleißig sind.'
Trotz des großen Erfolges der ersten fünf Jahre wollen Otter-Sandstedt und ihre Mitstreiter in Zukunft auf eine Erweiterung des Angebots verzichten. 'Wir sind eher daran interessiert unser Niveau zu halten. Mit der jetzigen Vorstandsspitze wird es keine weitere Linie geben', sagt sie.


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