Die Lehrerin Ulrike Deinemann organisierte von der Universität Flensburg insgesamt 28 Experimentier-Sets, anhand deren die Grundschüler einfache physikalische Phänomene selbst ausprobieren konnten. In dem sogenannten 'Miniphänomenta'-Projekt haben sie an den Apparaten der Uni Flensburg zum Beispiel untersucht, wie der Auftrieb in Wasser funktioniert und welche Materialien Wärme und Kälte besonders gut weiterleiten, sie haben Gewichte verglichen und viele Effekte einmal gründlich unter die Lupe genommen.
Sie haben sogar elektrische Schaltungen hergestellt, mit Batteriestrom Drähte als Widerstände erprobt und bemerkt, wie sie sich erwärmen. Sogar der Unterschied zwischen Reihen- und Parallel-Schaltung wurde untersucht. Jeder erinnert sich an die Schul-Physik: Im ersten Fall genügt es, dass ein Birnchen ausfällt, um die anderen auch erlöschen zu lassen.
Apparate nachbauen
Die Experimentier-Sets gehen wieder an die Uni Flensburg zurück. Gedacht ist aber, dass etliche davon nachgebaut werden, damit auch andere Kinder damit arbeiten können. 'Das könnten Eltern machen, sie könnten etliche der Experimente für die Schule nachbauen', regte ein Lehrer beim Schulfest an, mit dem die Projektwoche am Freitag ausgeklungen ist. Es herrschte Andrang in der Aula der Findorffschule - so viele Kinder, Geschwister, Eltern und Großeltern Onkeln und Tanten waren gekommen. Für die Lieder , die die Klasse 4b und die Musik-AG der Findorffschule mit der Lehrerin Elsbeth Ost vortrugen, haben sie auch ordentlich Applaus gespendet.
Der Elternverein hat für Kuchen und Kaffee gesorgt, außerdem wurden die roten Schul-T-Shirts verkauft. Schließlich konnten die Erwachsenen in den Klassenräumen die Experimente von den Kindern vorführen lassen. Wie die Mathematiklehrerin Gudrun Neumann erklärte, hat sich während der Projektwoche in jeder Klasse eine Handvoll 'Experten' herausgebildet, Kinder, die sich besonders intensiv mit dem jeweiligen Apparat beschäftigt haben. Die wiederum erklärten dann ihren Klassenkameraden die jeweiligen Phänomene.
'Im Grundschulalter zeigen Kinder ein besonders großes Interesse an Alltagsphänomenen in der Natur. Deshalb kommt aus entwicklungspsychologischer Sicht der naturwissenschaftlichen Förderung in der Grundschule besondere Bedeutung zu', heißt es in einem Schreiben der Uni Flensburg zu den Experimenten. Noch vor Jahrzehnten haben Wissenschaftler die Fähigkeit zu logischen Verknüpfungen erst einer späteren Entwicklungsphase den jungen Menschen zugebilligt.
Ein Wissenschaftler hat nun nachgewiesen, dass die kleinen Schülerinnen und Schüler sogar in der Lage sind, anspruchsvollere Probleme zu lösen, wenn die gestellten Aufgaben denn in Form und Inhalt auch dem kindlichen Alltag entstammen.


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