Man sei an einen Punkt gelangt, auf den man eine ganze Weile gewartet habe, sagte der Vorsitzende Frank E. W. Fromme: Das Konzept für die Vermarktung regionaler Produkte und Dienstleistungen stehe. Nicht nur zwischen Produzenten, auch zwischen Regionen bestehe Konkurrenz, deshalb sei eine regionale Dachmarke nötig. Die Akteure müssten daran beteiligt werden, sie seien das Salz in der Suppe, so Fromme, passend zum höchst appetitanregenden Duft, der den an einem Modell eines Verkaufsregals aufgehängten Räucherwürsten entströmte.
Gegentrend zur Globalisierung
Regionalmarketing sei der Gegentrend zur Globalisierung. 'Mit einem Klick haben wir Singapur vor unserer Haustür', so Fromme, aber das Netzwerk wolle dafür sorgen, dass man mit einem Klick auch Produkte finde, die tatsächlich vor der Haustür produziert werden.
Das sei aktiver Umweltschutz und Wertschöpfung. In dem Verein haben sich Produzenten und Dienstleister aus allen sieben Gemeinden des Landkreises zusammengefunden - Wurst, Käse, Milch, Obst, Kosmetik, Getränke, Kleidung, Schmuck, Honig und sogar Möbel umfasst die Palette. 'Auch eine Karotte aus dem Teufelsmoor hat das Zeug zum Premiumprodukt', findet der Vorsitzende.
Zum erfolgreichen Vermarkten gehört eine Marke. Für die Region des Landkreises Osterholz besteht sie aus einem ungleichmäßigen Viereck, das unübersehbar an ein Torfkahnsegel erinnert. In dem Viereck steht der Slogan: 'mehr als moor', ergänzt wird er je nach Bedarf durch 'mehr qualität, mehr vielfalt, mehr service, mehr frische, mehr genuss, mehr erlebnis, mehr versuchung'. Dieses Markenzeichen kann gegen eine Lizenzgebühr - ungefähr 80 Euro - jedes Mitglied benutzen.
Wenn es losgeht, muss die Organisationsstruktur aber verfestigt werden. Man plane die Gründung einer eingetragenen Genossenschaft (e. G.), erklärte Frank E. W. Fromme. Darin wäre der Verein einer der Gesellschafter neben Produzenten, Händlern, Landvolk und eventuell den Gemeinden und dem Landkreis. Die Generalversammlung wähle den Aufsichtsrat, der wiederum den Vorstand. Ein Beirat berate den Vorstand, der zwei hauptamtliche Mitarbeiter einstelle. So könnten gemeinsame Ziele gebündelt und die Region als Einheit betrachtet werden.
In der ersten Phase soll die Marke etabliert und ein Online-Shop eingerichtet werden. Auch der Einzelhandel soll bereits angesprochen werden. In der zweiten Phase ist an Bauernmärkte und Dorfläden gedacht. Ende Juni wird bei der EU der Förderantrag gestellt, da es sich beim Regionalmarketing um ein 'Leader-Projekt' handelt, mit dem die EU den ländlichen Raum entwickeln möchte.
Der Online-Shop soll aber möglichst starten, ehe der Bewilligungsbescheid eingetroffen ist, erklärte der Vorsitzende. Außerdem gibt es noch einen Mitwirkenden beim Regionalmarketing: Dann und wann wird ein netter kleiner Moortroll auftreten - nicht immer allerdings. 'Trolle sind ja auch nicht immer sichtbar', meint Fromme. Wahrscheinlich wird noch ein Wettbewerb gestartet, um diesem märchenhaften Wesen einen passenden Namen zu geben.



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