Die Festivalgänger durften sich dieses Mal für sieben Euro Eintritt auf ein exklusives Musikprogramm freuen, bei dem keine Wünsche offen blieben. Aus den USA angereist war das Hardrocker-Quartett 'Nashville Pussy'. Als heißesten dänischen Export verpflichten konnte das RdL-Team die Electrorocker 'Dúné'. Ebenso facettenreich gestaltete sich das Repertoire der viel gelobten Newcomer 'The Picturebooks' aus Gütersloh. Feinsten Ska-Punk aus Mülheim servierten die Jungs von der 'Sondaschule', während 'Ohrenfeindt' mit Vollgasrock vom Kiez durchstartete. Den regionalen Bezug stellte die Punk-Pop-Band 'Risk Of Addiction' aus Zeven her.
Obwohl die Fans der handgemachten Rockmusik sich noch bis zum Abend gedulden mussten, herrschte auf dem Tarmstedter Ausstellungsgelände bereits zur Mittagszeit reger Betrieb. Insgesamt sechs Mannschaften kämpften dort beim ersten RdL-'Human-Kicker-Turnier' um den Sieg. Der Spaß an der Sache stand dabei natürlich im Mittelpunkt. Als Belohnung durften sich die Gewinner auf ein 'Meet und Greet' mit der Band Sondaschule freuen.
Mit ihren 13 Lenzen gehörten Leon und Jonas zu den jüngsten Besuchern, die sich später beim Auftritt von Risk Of Addiction an den Bühnenrand drängten. Gebannt verfolgten sie, wie ihr Cousin Jona auf dem Bass seine Fingerfertigkeit bewies. Insgesamt schien den Jungs die Musik, die durchaus zum Tanzen und Mitsingen einlud, zu gefallen. 'Die haben echt gut gespielt', lobte Jonas im Nachhinein. Wie die jungen Fans bekundeten, seien sie nun jedoch gespannt auf das Programm von Sondaschule.
Lieblingsband aus Dänemark
Doch bevor sich der Wunsch der beiden Jungs erfüllte, zeigten The Picturebooks, wie sich verschiedene Stilmittel der Rockmusik auf beeindruckende Weise verbinden lassen. Mit Songs ihrer beiden Alben 'List Of People To Kill' und 'Artificial Tears' sorgten sie für spannende Hörerlebnisse. Spritziger Ska-Punk mit witzigen Texten erwartete das Publikum beim Auftritt der Sondaschule. In bester Laune sang sich Frontmann Costa mit Liedern wie 'Dumm aber glücklich' und 'Herbert halt?s Maul' in die Herzen der Zuhörer. Auch Ann-Kathrin und Verona Günther schienen Gefallen an der mitreißenden Show der 'Sondaschüler' zu finden.
'Eigentlich sind wir aber wegen Dúné hier', verriet Ann-Kathrin aus Bremen, die mit ihrer Schwester zum ersten Mal Festivalluft beim RdL schnupperte. Ihre Lieblingsband aus Dänemark hatte die 20-Jährige schon mehrere Male live erlebt. Jetzt fieberte sie einem Wiedersehen entgegen, das ihre Erwartungen noch übertraf. Der blond gelockte Frontmann Mattias Kolstrup zeigte nicht nur gesanglich volle Bühnenpräsens. Die Band überzeugte durch ihre Spielfreude und mit einem hohen Maß an Professionalität.
Tower-After-Show-Party
Freunde der etwas härteren Gangart kamen danach bei Nashville Pussy ordentlich ins Schwitzen. Rock'n'Roll pur, unterlegt mit einem satten Soundteppich, brachte die Menge kräftig in Wallung. Nicht weniger laut ging es danach bei 'Ohrenfeindt' zu, die mit ihren Alltagsgeschichten vom Kiez noch einmal so richtig Vollgas gaben. Zum Schluss gab es bei der Tower-After-Show-Party die Gelegenheit, das Festival gebührend ausklingen zu lassen. Bis zum Morgengrauen wurde dort fröhlich getanzt und gefeiert.
Nach ersten Hochrechnungen des Vereins haben sich rund 3000 Besucher auf dem Gelände getummelt - ein zufrieden stellendes Ergebnis für das Team, zumal somit die Kosten der Veranstaltung gedeckt sind. 'Es ist aber nicht ganz das, was wir uns versprochen haben', räumte Pressesprecher Eike Holsten ein. Nach der Buchung von internationalen Künstlern habe man sich schon mehr Gäste erhofft.
Wie Holsten betonte, sei so eine Veranstaltung für sieben Euro Eintritt normalerweise nicht machbar. In diesem Fall seien es 'Glücksgriffe' gewesen. 'Von den Bands haben wir ein dickes Lob für die Organisation vor und hinter der Bühne bekommen', freute sich Holsten.
Innerhalb des Vorstands soll nun in Kürze das Festival ausgewertet und überlegt werden, in welcher Form es weitergehen soll.



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