Die Abgeordnete im Europäischen Parlament in Brüssel war der Ehrengast im Gasthaus Röhrs, wo sich rund 50 Gäste aus Politik und Wirtschaft an einer lebhaften Debatte über die aktuellen grünen Themen beteiligten. Doch Trüpel war nicht allein in die Wieste-Gemeinde gekommen. Auch Elke Twesten aus Scheeßel, Grünen-Abgeordnete im Niedersächsischen Landtag, vermittelte dem Publikum ihre Gedanken zu grüner Kommunalpolitik.
"Die Idee, mal einen Neujahrsempfang auszurichten, hatten wir schon länger. Bisher waren wir nicht mutig genug. Durch die guten Umfragewerte haben wir neues Selbstvertrauen, und außerdem stehen auch die Kommunalwahlen im September bevor", eröffnete Lühr Klee die gelungene Veranstaltung. Getreu dem Grünen-Motto "Global denken - global handeln" referierte zunächst Elke Twesten über kommunale Politik. "Wir wollen Menschen aus allen Altersgruppen, mit den verschiedensten Lebensmodellen und vielfältigen Perspektiven für uns gewinnen und ihr Interesse wecken", so die diplomierte Finanzwirtin.
Denn, so Twesten weiter, die Kommunalpolitik habe einen besonders hohen Bezug zu den realen Verhältnissen vor Ort. "Hier können Menschen mitbestimmen, was vor der eigenen Haustür passiert." Die Grünen hätten gute Ideen für ein modernes Land, da dürfe es nicht passieren, dass nicht alle ehrenamtlichen Grünen-Sitze in Gemeinden besetzt werden könnten. "Wir brauchen Ideen, müssen diese zusammen entwickeln und die Menschen auf den Weg mitnehmen, Kommunalpolitik zu gestalten", forderte Elke Twesten.
Helga Trüpel ging es in ihrem Beitrag anschließend zunächst darum, den anhaltenden Höhenflug der Grünen richtig einzuordnen. Gestern sagte sie: "Wir werden derzeit auf einer Welle der Zustimmung getragen. Aber wir als Partei müssen trotzdem demütig und auf dem Teppich bleiben." Die Grünen seien aber keine Dagegen-Partei, ergänzte Trüpel, um dann Kurs auf weitere Themen wie die Umwelt-, Wirtschafts- und regionale Kulturpolitik zu nehmen.
Zukunftsinvestitionen in ökologische Projekte seien wichtig", sagte die EU-Politikerin, die selbst kein Auto besitzt, gerne mit dem Fahrrad unterwegs ist und für den Besuch in Sottrum das Car-Sharing-System wählte. Vor dem Hintergrund des Dioxinskandals sollte zudem die Landwirtschaftspolitik nachhaltig umgebaut werden. "Ich bin dafür, dass Subventionen nach ökologischen Zielen verteilt werden. Leider haben wird noch nicht die politische Mehrheit", so Trüpel, die zur Regulierung der Finanzmärkte eine Finanztransaktionssteuer fordert. Aber auch "GesundRegion Wümme-Wieste-Niederung" lobte die Politikerin als wichtiges EU-Projekt zur Stärkung der Region und des ländlichen Raumes.
CDU-Mann Siegfried Gässler kritisierte in der anschließenden Diskussionsrunde die "Vermaisung" der Landschaft durch zu viel Maisanbau und die Häufung von Biogasanlagen. "Es muss nicht immer Mais sein. Wir müssen hier die Handbremse ziehen", so der Ratsherr. Helga Trüpel räumte ein, dass derartige Fehlentwicklungen korrigiert werden müssen. Zum Abschluss reichte Ulrich Thiart den Politikern der anderen Fraktionen die Hand. "Wir haben in Sottrum ein attraktives Schulsystem und inzwischen auch einen Bürgerbus. Und das haben wir gemeinsam geschaffen."


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