Rakebrand nennt das 'Ur-Zeit' und bezeichnet damit eine Kombination aus Urlaub und Freizeit. Eingeladen hatte er dazu Jugendliche aus dem Kirchenkreis Verden, die in jüngeren Jahren selbst an den Ameland-Aufenthalten des Kreisjugenddienstes teilgenommen hatten. 'Sie sind zu alt für die Kinderfreizeiten, aber noch zu jung, um als Mitglied des Leitungsteams wieder auf die Insel fahren zu können', so Rakebrand.
In enger Absprache mit den Eltern hätten sie nun die Möglichkeit gehabt, zehn Tage auf Ameland zu verbringen und sich diese Zeit selbst gestalten zu können. Die Jugendlichen konnten wahlweise an den Aktionen für die Kinder teilnehmen oder selbst Angebote für die Kleineren auf die Beine stellen - 'und damit einmal ausprobieren, ob ein Dasein als Mitarbeiter einer Kinder- oder Jugendfreizeit der evangelischen Jugend ein erstrebenswertes Ziel ist', schreibt Rakebrand in einer Pressemitteilung. Das sei ein spannender Prozess gewesen und für die Jugendlichen 'ein großer Lernschritt auf vielen Ebenen.'
Am prägendsten sei die Erfahrung gewesen, 'dass sich ein Haus nicht von ganz allein aufräumt, Frühstück zubereitet und Mittagessen auch eingekauft werden muss.' Einen Tag eigenverantwortlich zu planen, ohne dass einem jemand Arbeit abnehme, sei für einige eine wichtige neue Erfahrung gewesen, meint der Kreisjugenddiakon.
Die Kinder der Ameland-Freizeit hätten es genossen, 'dass es noch eine Menge mehr an ?Großen? gab, die mit ihnen Fußball spielten, die halfen, die Postkarten nach Hause zu schreiben, oder die sich dazu setzten, wenn das Heimweh wieder einmal einen Strich durch die Freizeitfreuden machte.' Und für den Mitarbeiterstab habe das Konzept eine spürbare Arbeitsergänzung und -entlastung gebracht.
Dass alles so gelungen sei, schreibt Rakebrand auch den Eltern der Jugendlichen zu. Sie hätten sich auf das Experiment eingelassen und ihren Kindern die Teilnahme erlaubt, obwohl: 'Elf 13- bis 14-Jährige für zehn Tage ohne kontinuierliche Aufsicht und Betreuung, das hätte auch daneben gehen können', so Rakebrand.
Dies sei aber nicht der Fall und deswegen sei eine Fortführung dieses Konzeptes 'mehr als nur wahrscheinlich.'



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