Dabei ist das jährliche Produktionsvolumen ohnehin schon hoch. Rund 160 Millionen Dosen mit klassischen Eintöpfen, rustikalen Gerichten oder Feinkostsuppen laufen hier jährlich vom Band. Hinzu kommen 45 Millionen Fertiggerichte in Schalen und süße Gerichte - so dass in Ottersberg rund 205 Millionen Portionen jährlich produziert werden. Damit zählt Buss zu Europas größten Herstellern von Fertiggerichten, heißt es in der Eigenwerbung der Firma. Das Unternehmen gehört zur Heristo Aktiengesellschaft. Die Nachfrage nach Fertiggerichten steigt weiter und Buss will den internationalen Markt bedienen und die eigene Spitzenposition in diesem Segment ausbauen. 'Wir liefern in mehrere europäische Länder, nach Nord-Amerika und sogar bis nach Australien', sagt Nicole Schmidt aus der Marketing-Abteilung. Zum Vergleich: 1983 liefen in Ottersberg noch 25 Millionen Fertiggerichte vom Band, diese Zahl hat sich seither fast verzehnfacht. Gegründet wurde das Unternehmen
1938 von Dietrich Buss in Bremen, der hier einen Fleischereikleinbetrieb mit Konservenherstellung betrieb. 1963 wurde der Betrieb nach Ottersberg ausgelagert. Seit 1975 gehört Buss zur Heristo AG, früher Stockmeyer.
In Ottersberg entsteht nun direkt im Anschluss an die bisherige Produktionshalle das neue Gebäude. Installiert wird eine der modernsten Anlagen, die europaweit Standards setzt, sagt Petersen. In einem geschlossenen System werden die Lebensmittel - ob Gemüse oder Nudeln - dampfgegart und behalten so ihre wertvollen Inhaltsstoffe, erläutert Petersen die Funktion der neuen Produktionsanlage, die von der belgischen Firma FMC gebaut wird. 'Das funktioniert im Prinzip so ähnlich wie zu Hause ein Dampfgartopf. Die Lebensmittel werden auf den Punkt schonend gegart', so Petersen.
Für die Bedienung der neuen Anlage sollen weitere Mitarbeiter eingestellt werden. Wie viele, kann Petersen noch nicht sagen. Zurzeit beschäftigt Buss 350 Mitarbeiter. Gesucht werden insbesondere qualifizierte Ingenieure und Techniker für die Anlage, sagt der Geschäftsführer.
Angesichts der großen Investition in den Standort Ottersberg dürfte auch die Diskussion um eine mögliche Verlagerung des Unternehmens aus dem Bereich des Fleckens vom Tisch sein. Die SPD-Fraktion im Rat hatte ähnliche Befürchtungen geäußert, nachdem bekannt wurde, dass Buss im benachbarten Oyten ein neues Logistikzentrum mit einer 19 000 Quadratmeter großen Lagerhalle bauen lässt (wir berichteten). Bei den in Oyten zu lagernden Produkten handelt es sich um Fertiggerichte aus Ottersberg und Fischfeinkost des Cuxhavener Herstellers Appel. Fischfeinkost Appel gehört ebenfalls zur Heristo AG.
In Ottersberg gebe es keine ausreichend große Fläche für das Logistikzentrum , das Buss gemeinsam mit dem Unternehmen Kraftverkehr Nagel realisiert. Außerdem müsste an der Halle mit 40 bis 50 Lkw-An- und Abfahrten täglich gerechnet werden, die man in Ottersberg wegen der Verkehrsführung nicht hätte bewältigen können, sagt Petersen.



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