'Es soll eine Stiftung von Bürgern für Bürger sein', sagte Klaus Brandes, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Verden. 'Bei vielen Anlässen wie Verabschiedungen, Jubiläen oder runden Geburtstagen könnte Stiften statt Schenken das Motto sein.' Für solche Gelegenheiten soll künftig die Bürgerstiftung eine Option darstellen. Im Unterschied zu den bereits bestehenden Stiftungen der Kreissparkasse können für die Bürgerstiftung auch kleine Beträge beigesteuert werden.
Zum Vergleich: Eine Treuhandstiftung lässt sich beispielsweise erst ab einer Größenordnung von 50000 Euro errichten. 'Wir wollten diese Lücke schließen', sagte Klaus Brandes. Die zwölf Initiatoren der Bürgerstiftung haben den Anfang mit einer Einlage von jeweils 100 Euro gemacht - ein überschaubarer Betrag. Die Kreissparkasse will die 1200 Euro Gründungskapital in den kommenden Wochen mit einem namhaften Betrag aufstocken, über den aber noch intern entschieden werden muss.
Das Projekt entstand auf Anstoß von Beate Patolla, Vorsitzende der bereits bestehenden Stiftung der Kreissparkasse. Ende September geht Klaus Brandes in den Ruhestand. 'Frau Patolla sagte zu mir ?Sie haben doch alles, der Rotweinkeller ist schon voll - Sie möchten doch sicher etwas Bleibendes bewirken?', erzählt Klaus Brandes. Daraufhin schlug Beate Patolla vor, eine Bürgerstiftung zu gründen. Nun will Brandes auf Geschenke zu seiner Abschiedsfeier verzichten und wünscht sich statt dessen Zuwendungen für die Bürgerstiftung.
Das eigentliche Kapital wird bei Stiftungen langfristig angelegt und bleibt unangetastet; nur die Erträge werden ausgeschüttet. Deshalb gilt es nun, die Erträge der Bürgerstiftung abzuwarten - Ende 2011 könnten die ersten Fördergelder ausgeschüttet werden. Welche Projekte die Stiftung unterstützen soll, wird im kommenden Jahr entschieden. Bewerben können sich Projekte, Vereine und Einzelpersonen. 'Die Bürger sollen die Stiftung als ihre begreifen', sagte Beate Patolla. Sie sollen auch Vorschläge machen können, was gefördert werden soll, ohne selbst Geld beizusteuern. Als erstes konkretes Ziel haben sich die Gründungsstifter die Renovierung und den Ausbau von Kinderspielplätzen im Landkreis vorgenommen.
Ansonsten habe man die Förderzwecke in der Satzung bewusst vielfältig gestaltet, um sich verschiedene Optionen offen zu halten, sagten die Initiatoren. Sie möchten andere Bürger ermuntern, mitzumachen und ebenfalls zu stiften. Nun bleibt abzuwarten, wie schnell die Bürgerstiftung wächst. Klaus Brandes ist zuversichtlich: 'Das ist natürlich schwer abzusehen, aber bis Ende des Jahres werden sicherlich ein paar Tausend Euro zusammen kommen.'



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