Demnach werden den drei Juroren wohl ordentlich die Köpfe rauchen, wenn sie über die Vergabe der Preisgelder zu entscheiden haben. Für den Produzenten des Siegerfilms gibt es 1000 Euro, außerdem werden mehrere Publikumspreise ausgelobt.
Mit Heike Klippel gibt das Koki den Namen der ersten Jurorin bekannt. Die promovierte Philosophin lehrt an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig Medienwissenschaft mit dem Schwerpunkt Film. Die Professorin ist außerdem Mitherausgeberin der Fachzeitschrift 'Frauen und Film'. Von Klippel liegen zahlreiche Veröffentlichungen zur feministischen Filmtheorie vor, darunter 'Zeit ohne Ende - Essays über Zeit, Frauen und Kino.'
Über die weitere Besetzung der Jury breitet das Koki noch das Mäntelchen des Schweigens. Menzel: 'Die Namen möchten wir noch nicht preisgeben, aber das sind hochkarätige Experten.'
Beim 9. Filmsalat wird auch ein Genre vertreten sein, das bei den bisherigen Verdener Festivals nicht auftauchte: Machinima (gesprochen wird es Maschinima). Das Kunstwort setzt sich aus 'machine', 'cinema' und 'animation' zusammen. Die Filme entstehen mit Hilfe von Computerspielprogrammen. Ein Beispiel ist die Southpark-Folge 'Make Love, Not Warcraft', die 2006 überwiegend in Machinimatechnik produziert wurde und ein Jahr später den Primetime Emmy Award der Academy of Television Arts & Sciences erhielt. In Verden werden zwei auf diese Weise hergestellte Filme zu sehen sein.
'Ansonsten geht es wieder quer durch die Genres - vom Animationsfilm über den typischen Kurz-Spielfilm bis hin zu Dokumentationen', so Koki-Sprecher Jürgen Menzel und Jutta Behning, die das Festivalbüro leitet. Zur Eröffnung am Freitag, 10. September, wird 'Faust II reloaded - Den lob ich, der Unmögliches begehrt' gezeigt und damit erneut ein Werk von Eike Besuden. Der Bremer Regisseur hat auch 'Verrückt nach Paris' gedreht, der zum Auftakt des 7. Filmsalats gezeigt worden war.
Jürgen Menzel zum 'Faust II'-Inhalt: 'Eine Bremer Schule, die Kammerphilharmonie Bremen und ein ganzer Bremer Stadtteil haben sich zusammengetan, um Faust II mit der Musik des Komponisten Karsten Gundermann aufzuführen. Goethe zwischen Hochhausschluchten, und das in einem Stadtteil, in dem fast nur Ausländer wohnen und jede zweite Familie von Hartz IV lebt. Das ist couragiert und gewagt.'
Der Film, in dem Dominique Horwitz die Hauptrolle spielt, begleitet die Schüler in den letzten drei Monaten vor der Aufführung, bei den Proben, in Musikstunden, beim Kostüme nähen und allen anderen Vorbereitungen. 'Nerverei, Chaos, Genöle und Null Bock stehen dabei neben Aufregung, der Leidenschaft und dem Biss, das Unmögliche doch zu schaffen', so Menzel.
Der Film dokumentiere das alles mit hinreißenden Szenen. Besuden, 1948 in Wildeshausen geboren, arbeitete zunächst als Lehrer. Seit 1976 freier Autor, war er auch Moderator und Redakteur bei Radio Bremen.
'Faust II reloaded...' wird am ersten Festivaltag zweimal gezeigt: Ab 18 und ab 20 Uhr. Die Karten dafür wie auch die Festivalkarten sind im Cine City erhältlich. Die Festivalbeiträge werden am Sonnabend, 11. September, über einen Zeitraum von mindestens acht Stunden gezeigt. Die Teilnahme an der Siegerehrung am Sonntagmorgen um 11 Uhr ist dann kostenlos.


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