Der neunjährige Jan aus der 4c der JahnGrundschule musste gestern nicht in die Schule. Schließlich hatte er in der Stadthalle zu tun, wo er einen Flaschensortierautomaten präsentierte, den er mit Hilfe eines Lego Mindstorm-Robotorbaukastens selbst gebaut hat. 'Den hab ich so programmiert, dass er nur blaue Flaschen nimmt', berichtete er. Während er die mechanische Konstruktion in wochenlanger Arbeit selbst optimiert hat, habe ihm sein Vater ein wenig bei der Programmierung geholfen. 'Die ist erst gestern Abend fertig geworden', sagte Jan.
Sein Lehrer Ralf Mösch wollte die Maschine unbedingt einem größeren Publikum zeigen. 'Die Jahnschule wird fünf dieser Mindstorms-Kästen anschaffen', meinte er. 'Die können wir für die Ganztagsbetreuung gut gebrauchen.' Die Kinder - auch Mädchen, so seine Hoffnung -, könnten damit prima forschen, ausprobieren, Dinge selbst erarbeiten. Schon in der Grundschule müsse der natürliche Forscherdrang der Kinder gefördert werden.
Nebenan am Stand des Achimer Marktgymnasiums konnten sich Besucher per Mausklick in eine Landschaft in Alaska oder sonst wo in der Welt versetzen lassen. Außerdem zeigten die Mitglieder der Film- und Medien AG, wie Animationsfilme und Videos gedreht und Computer geschnitten werden. Die Schüler tun dies so leidenschaftlich, dass sie schon mehrere Preise bei der Verdener Filmklappe, einem Schülerfilmwettbewerb, gewonnen haben. 'Unsere Schule ist zum Glück sehr gut ausgestattet', so der Schüler Robin Stürmann.
Bei den Berufsbildenden Schulen ging es um die Leseförderung. Gesine Ahlers stellte das Selbstlernzentrum vor, wie sich die frühere Schulbibliothek heute nennt. Die vielfältigen Möglichkeiten ließen sich mit 'lesen und Lernen' sowie 'Chatten und Chillen' umschreiben. Große Bedeutung habe dabei ein kleines Büchlein: 'In unser Wunschbuch können die Schüler eintragen, welche Bücher, Hörbücher und DVDs angeschafft werden sollen', so die Bibliothekarin. Die Wunschmedien erzielten Rekordausleihen.
Arbeitsblätter fürs iPhone
Lieblingsbücher standen auch beim Book-Slam im Blickpunkt. Zwei 12. Klassen der BBS stellten ihren Mitschülern in der Stadtbibliothek Schlag auf Schlag (vom englischen 'slam') Literatur vor. Die kurzen Lesungen verbanden sie mit Rollenspielen, Diaprojektionen, Tonbandprotokollen oder Videos. 'Bis auf zwei oder drei Schüler, die gesagt haben, dass sie nicht lesen, haben alle mitgemacht', so die Fachlehrerin Ingrid Klöpper.
In welche Richtung sich der Schulunterricht entwickelt, zeigte die Firma MedienLB mit ihren interaktiven Unterrichtsmaterialien für elektronische Tafeln. Für jede Altersstufe ab der Vorschule gebe es Filme und interaktive Arbeitsblätter. 'Wer will, kann den Unterricht in der Nachmittagsbetreuung oder zu Hause in seinem eigenen Tempo nachvollziehen', so Kundenbetreuer Falk Jellissen. Mittlerweile arbeite seine Firma an Apps fürs iPhone. 'Wir wollen, dass unsere Arbeitsblätter so spannend sind, dass die Schüler auf ihre geliebten Fernsehserien am Nachmittag verzichten', so Jellissen.
'Medienkompetenz ist heute ein unverzichtbarer Teil von Allgemeinbildung', betont Joachim Kruse, medienpädagogischer Berater im Medienzentrum Verden und Organisator der Veranstaltung. Jede Schule müsse ihren eigenen Weg finden, diese Kompetenz zu vermitteln. Der Medientag, so hoffe er, gebe dazu Anregungen.


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