In die am morgigen Sonnabend mit einem Auswärtsspiel bei Mitaufsteiger TSG Wismar beginnenden Punktrunde startet man in Oyten durchaus verhalten optimistisch, was das anvisierte Saisonziel, den Klassenerhalt, angeht. „Die Mannschaft hat auf jeden Fall das Potenzial, um die Liga zu halten“, versichert Meistertrainer Sascha Rajkovic, der nahezu auf den selben Kader zurückgreifen kann, mit dem in der Regionalliga nur eine einzige Partie – beim VfL Wolfsburg – verloren wurde. Lediglich Linkshänderin Mareike Zetzmann hat den Verein in Richtung HSG Hude/Falkenburg verlassen.
Mit Barbara Wojciechowska (TuS Nettelstedt) und Wiebke Orth (HSV Haldensleben) haben dagegen zwei Neuzugänge ihren Pass beim Zweitliga-Rückkehrer abgegeben. Während die in Cloppenburg wohnende Barbara Wojciechowska auf allen Rückraum-Positionen sowie auf Linksaußen flexibel einsetzbar ist, soll die gebürtigen Varelerin Wiebke Orth vorrangig Julia Züter am Kreis entlasten. Allerdings muss Orth ihr Debüt in der 2. Liga vorerst verschieben. Beim Training am Montag knickte die 24-Jährige unglücklich um und zog sich einen Bänderriss im Fuß zu – Pause mindestens vier Wochen.
Beim Saisonauftakt in Mecklenburg-Vorpommern wird der TVO also mit einem Zehner-Kader auskommen müssen, da Miriam Thamm mit der A-Jugend am gleichen Tag das Oberliga-Spitzenspiel beim VfL Oldenburg zu bestreiten hat. Große Bedeutung misst Oytens Trainer Sascha Rajkovic dem Saisonauftakt bei. „Wenn wir aus der Partie in Wismar und den dann folgenden vier Heimspielen einige Punkte holen, kann sich schon eine gewisse Eigendynamik entwickeln“, so der Serbe.
Noch wichtiger sind für Ingo Kruse, der beim Aufsteiger als Team-Koordinator in den letzten Wochen kaum eine freie Minute hatte, die Erfahrungen, die das junge Oytener Team in den vergangenen beiden Jahren gesammelt hat. „Viele Spielerinnen wissen nun bereits, was sie in der 2. Liga erwartet und sind darauf vorbereitet. Von der größeren Härte und dem höheren Tempo wird sich unsere Mannschaft zumindest nicht mehr überraschen lassen." Viel wird sicherlich davon abhängen, ob der TV Oyten auch in der höheren Liga sein in der Regionalliga bei den Gegnern gefürchtetes Tempospiel durchsetzen kann.
Zudem liegt reichlich Verantwortung auf den Schultern der jungen Mittelangreiferin Kim Pleß sowie der vor einem Jahr aus Oldenburg zum TVO gewechselten Rückraumlinken Jacqueline Reinhold, die mit 237 Toren keinen geringen Anteil am Aufstieg hatte. „Finanziell wird es bei uns trotz des engen Kaders keine Abenteuer geben. Wir halten zwar ständig die Augen nach sinnvollen Verstärkungen offen, legen unseren Fokus aber weiter auf eine intensive Jugendarbeit“, umreißt Ingo Kruse die Philosophie beim TVO.
Keine neue Entwicklung gibt es auch bei der Personalie Lisa Rajes. Die talentierte Linkshänderin hatte sich zunächst für einen Wechsel zum Bundesligisten Provital Blomberg Lippe entschieden, wollte dann aber doch lieber bleiben. „Natürlich würden wir Lisa gerne in den Kader aufnehmen. Die Bundesliga-Spielberechtigung liegt aber zur Zeit bei Blomberg", bleibt Ingo Kruse nur die Hoffnung darauf, dass die Verantwortlichen des Erstliga-Klubs früher oder später eine Freigabe erteilen. Sicherheitshalber wurde für Linkshänderin Michele Müller aus der Oberliga-Team eine 2.Liga-Spielberechtigung beantragt.



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