Bramstedt. "Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass ich direkt in den Landtag einziehen werde", sprühte die frisch gekürte Kandidatin vor Elan. Vockert hatte eine dicke persönliche "Erfolgsbilanz" aus der zu Ende gehenden Wahlperiode mitgebracht, ganze 25 Seiten umfasste ihre Auflistung. Die CDU-Mitglieder, die zur Nominierung der des Landtagskandidaten für 2013 im Bramstedter Landgasthof Bauernschänke zusammengekommen waren, fühlten sich von Vockert in Hannover gut vertreten - 59 der 60 anwesenden Christdemokraten aus den Samtgemeinden beziehungsweise Gemeinden Schiffdorf, Loxstedt, Hagen, Hambergen und Schwanewede (Wahlkreis 59) votierten in der Abstimmung für Vockert.
Der Bramstedter Bürgermeister Hinrich Bühring lobte in seinen Grußworten die Qualitäten der amtierenden Landtags-Vizepräsidentin: "Sie ist die beste Kandidatin, die wir uns wünschen können." Vockert sei fleißig, zuverlässig und habe immer ein offenes Ohr für die Belange der Region.
Bevor Enak Ferlemann, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Wesermünde und parlamentarischer Staatssekretär in Berlin, den extra aus Hannover angereisten Kultusminister Bernd Althusmann (CDU) ans Rednerpult bat, lief Vockert bei ihrer Selbstdarstellung zu Hochform auf.
Sie sei der Garant für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Lebensqualität, rief Vockert ihrem Publikum zu. Dafür seien Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze, Infrastruktur und Bildungssystem die Schwerpunkte. Möglichst hohe Zukunfts-Investitionen in den Wahlkreis zu holen, erachte sie als ihre Aufgabe. Häfen, Radwege, frühkindliche Bildung oder Oberschulen-Ausbau sollen davon profitieren. "In der nächsten EU-Förderperiode ab 2014 will ich an die Töpfe", so Vockert. Starken Einsatz will sie weiter für die Verwirklichung der Küstenautobahn (A20) zeigen. Der Bau der von ihr als "Achse des Wohlstands" bezeichneten Ost-West-Trasse durch das Weser-Ems-Gebiet sei von immenser Bedeutung, wandte sie sich an Ferlemann, der im Verkehrsministerium in der Führungsspitze sitzt und dafür sorgen soll, dass das Bauvorhaben als "vordringlicher Bedarf" auf die Prioritätenliste kommt.
Vockert will "klare Kante" zeigen
Nur mit einer "bürgerlichen Mehrheit", in der sie den Landtags-Koalitionspartner FDP einschloss, sei weiterhin eine erfolgreiche Politik in Niedersachsen möglich, so Vockert. Mit ersten Seitenhieben auf die Konkurrenten stimmte sie auf den beginnenden Wahlkampf ein. Die SPD bringe keine Vorschläge zur Haushaltskonsolidierung des Landes, sondern meckere nur, die Grünen propagierten eine wunderschöne Natur und Rückzugsräume für Wiesenbrüter, doch damit lasse sich keine moderne Infrastruktur herstellen.
"Klare Kante zeigen", nahm Vockert für sich in Anspruch, und das bestätigte ihr auch Gastredner Althusmann. Die Bildungspolitik werde das zentrale Thema um die Wählergunst sein, prognostizierte der Minister. Starke Gymnasien und daneben ein "echter, bildungsberuflich orientierter Abschluss" auf den Oberschulen, den zusammengelegten Haupt- und Realschulen, seien die richtige Antwort auf sinkende Schülerzahlen und immer weniger Schüler in den Hauptschulen. Aber auch die Ganztagsschule, Krippenausbau und Inklusion werden weiterhin auf der Agenda der CDU stehen, sagte Althusmann.


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