"Ja, wir wollen die Oberschule." Dafür hat sich der Verwaltungsausschuss der Stadt Bassum in seiner jüngsten Ausschuss-Sitzung ausgesprochen. Aber über die Bedingung der Kostenübernahme bei anfallenden Bauarbeiten im gymnasialen Zweig sind sich die Politiker uneins. Über diese Frage konnte in der Sitzung keine Einigkeit erzielt werden. Bürgermeister Wilhelm Bäker will die Oberschule. Aber er hätte nach eigenen Angaben schon auf der jüngsten Bürgermeisterkonferenz gesagt, dass die Stadt keine Kosten übernehmen wolle. "Ich stehe weiterhin dahinter. Wenn der Landkreis eine Oberschule einführen will, dann muss der Landkreis auch die Kosten tragen." Die Bassumer SPD-Fraktion geht härter mit dem Landkreis ins Gericht. Sie wünscht sich auch eine Oberschule mit gymnasialen Angebot, die Bedingung der Kostenübernahme will sie aber nicht akzeptieren. "Wir würden einer Erpressung nachgeben", findet Fraktionsvorsitzender Christoph Lanzendörfer harte Worte. Schließlich führe der Landkreis die
Oberschule ein. "Und die Städte müssten wieder einmal dafür aufkommen." Walter Nüstedt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender des Bürger-Blocks, sieht es gelassener. "Ich denke, es gibt keinen Handlungsbedarf."
Norbert Lyko, Fachdienstleister Bildung beim Landkreis, glaubt nicht, dass ein solcher Fall überhaupt eintreten wird. "Nach jetzigem Kenntnisstand fallen keine Baumaßnahmen an. Zurzeit ist das nicht absehbar." Dabei würde es sich auch lediglich um Investitionen handeln, für die Bauunterhaltung komme weiter der Landkreis auf. Das verdeutlichte CDU-Abgeordneter Klaus Rajf auch in der jüngsten Sitzung des Kreistages. "Stürzt das Dach ein oder platzt die Heizung, ist natürlich der Landkreis zuständig." Der Bassumer sitzt auch im Rat seiner Heimatstadt. Dort ist seine Fraktion die einzige, die die Bedingung des Landkreises bisher akzeptiert. "Es geht doch darum, dass vielleicht einmal eine Wand in einem Fachraum hochgezogen werden muss. Aber eigentlich dürfte in nächster Zeit gar nichts anfallen. Für eine Kooperative Gesamtschule hätten wir auch Geld in die Hand genommen", sagt Bassums CDU-Fraktionschefin Cathleen Schorling.
Sie wollte beim Bürgermeister noch einen entsprechenden Antrag einreichen, der auf der nächsten Ratssitzung behandelt werden soll. Die ist aber erst am 10. Mai. Lehrer und Eltern der Haupt- und Realschule am Petermoor hätten bis dahin also weiterhin keine Sicherheit, ob ein gymnasiales Angebot kommt oder nicht. Cathleen Schorling meint, dass man notfalls die Ratssitzung vorziehen könnte.
"KGS mit Sternchen"
Der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Karl-Heinz Klare sagt, dass die Bedingung nur eine Formalie sei. Auch er geht nicht davon aus, dass an oder in der Schule gebaut oder umgebaut werden muss. Außerdem hätten sich die Stadt Twistringen und die Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen ebenfalls bereit erklärt, Baukosten für ihre gymnasialen Angebote zu übernehmen. Er kann die Einwände aus Bassum nicht verstehen. Die Oberschule sei schließlich eine "KGS mit Sternchen". Klare, der auch im Diepholzer Kreistags sitzt, appelliert an die Bassumer Politiker, diesen Punkt zu akzeptieren. "Sie würden sonst einen großen Fehler machen. Es wäre eine vertane Chance."


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