Rund 350 Künstler stellen von Stuhr bis Lemförde, von Barnstorf bis Siedenburg ihre Werke aus. Es gibt keine Stadt, Gemeinde oder Samtgemeinde zwischen Bremen und Nordrhein-Westfalen, in der nicht mindestens ein Künstler ausstellt. Die Maler und Bildhauer gewähren den Besuchern nicht nur einen Blick in ihre Arbeiten, sondern laden sie auch gleich zum Mitmachen ein. Der Landkreis Diepholz wird also wieder bunt.
Ausgangspunkt der Straße der Kunst ist das Syker Vorwerk. Dort findet morgen um 15 Uhr die feierliche Eröffnung statt. Aus diesem Anlass wird im Garten des ehemaligen Amtshauses ein großes Festzelt aufgebaut. Landrat Gerd Stötzel, Schirmherr der Straße der Kunst, wird dann den Boulevard der Bilder, die Passage der Plastiken, ganz offiziell für den Besucherstrom freigeben. Dass Kunst und Kultur nicht immer dann dem Rotstift zum Opfer fallen müsse, wenn die Kassen leer seien, zeige sich sehr deutlich an der Straße der Kunst, findet der Landrat.
Begleitet wird die Eröffnungsveranstaltung durch die Kreismusikschule. Die Gäste dürfen sich auf die musikalische Aktionskunst "Kreuzung" von Ernst Werner unter der Leitung von Reinhard Schmiedel freuen. Darüber hinaus erwartet sie die Performance "The Lady is a Tramp" von Barbara Baum. "On the road", so der Titel einer Gemeinschaftsausstellung von zehn Künstlern, nimmt Nicole Giese, Kuratorin des Syker Vorwerks, die Besucher mit. Im Zuge der Ausstellung, die bis zum 3. Juli im Vorwerk zu sehen ist, haben sich die Künstler auf unterschiedliche Weise mit dem Thema Straße und seinen Konnotationen auseinandergesetzt. Abstrakt und figürlich - bunt und monochrom - verschiedene Stilgegenstände prallen bei "On the road" aufeinander.
Unzählige Kreuzungen, Weggabelungen, Geraden und Kurven müssen die Fahrer auf der Straße der Kunst passieren, wenn sie Station bei allen Vernissagen, offenen Ateliers, Symposien, Workshops, Straßentheatern und Konzerten machen wollen. Mit dem internationalen Straßentheater-Festival Piazzetta in Bassum läuft die Straße der Kunst am Wochenende 25. und 26. Juni langsam aus.
"Vor acht Jahren, bei der ersten Straße der Kunst, haben daran ungefähr 150 Künstler teilgenommen", blickt Rainer Ehlers zurück. Viele davon hätten um eine Neuauflage gebeten. Doch die sei unheimlich arbeitsaufwendig gewesen. Zwei Jahre Vorlauf haben die Organisatoren Rainer Ehlers, Museumsdirektor Ralf Vogeding, Nicole Giese sowie Anja Schweers vom Landkreis Diepholz benötigt, um das Streckennetz mit Bildern, Plastiken, Skulpturen, Objekten, Grafiken, Installationen und Fotos zu pflastern. Die Kosten für den Landschaftsverband belaufen sich nach Angaben von Rainer Ehlers auf rund 50000 Euro. Ohne Sponsoren sei das Ganze jedoch nicht zu bewerkstelligen gewesen, betont er.
Viele der teilnehmenden Künstler, die überwiegend aus dem Landkreis stammen, hätten auch Gastkünstler aus anderen Regionen eingeladen, freut sich Rainer Ehlers. Ziel des Veranstaltungsreigens sei es, zu zeigen, wie viel Kunst es gerade im ländlichen Raum gebe. "Anders als bei der vorherigen Straße der Kunst sind diesmal mehrere Aktionen und Projekte hinzugekommen", sagt Nicole Giese.
Einen detaillierten Überblick über alle Künstler und Veranstaltungsorte gibt es im Internet unter der Adresse www.strasse-der-kunst.de.


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